Nachholbedarf für deutschen Teleshopping-Markt

13. Juli 2004, 13:59
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Umsatz in USA doppelt so hoch wie in Deutschland

Der deutsche Teleshoppingmarkt hat nach Einschätzung von RTL-Shop-Geschäftsführer Heinz Scheve noch erheblichen Nachholbedarf. Der Handelsumsatz, der in den USA durch Verkaufsprogramme im Fernsehen erzielt werde, sei mit umgerechnet 20 Euro pro Bürger im Jahr etwa doppelt so hoch wie gegenwärtig in Deutschland. RTL Shop ist seit März 2001 auf Sendung und ist hinter den Sendern QVC (49 Prozent) und HSE (39 Prozent), die seit 1996 und 1997 ihre Waren anbieten, mit einem Marktanteil von knapp zwölf Prozent der drittgrößte Anbieter.

Viel Potential

Besonders in den Bereichen Mode, Drogerieartikel, Ernährung und Sammlerobjekte gibt es laut Scheve noch viel Potenzial. "Unser Ziel ist es, ähnlich wie in den USA eine Rundumversorgung durchs Teleshopping zu erzielen", sagte Scheve am Montag. Die Märkte im Internet wie zum Beispiel die virtuellen Auktionshäuser seien dabei keine Konkurrenz. "Es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas suche und kaufe, oder ob ich mich zurücklehne und bei mir Bedürfnisse wecken lasse, die von uns befriedigt werden." Die bewegten TV-Bilder erweckten deutlich mehr Emotionen. Auch sei der durchschnittliche Kunde älter und kaufkräftiger als die Zuschauer der privaten Vollprogramme.

Schwarze Zahlen erwartet

Scheve, dessen Unternehmen noch im Jahr 2003 einen Verlust von etwa zehn Millionen Euro machte, erwartet 2005 erstmals schwarze Zahlen. Experten schätzen, dass sich der Teleshopping-Markt, der 2003 noch ein Handelsvolumen von 777 Mio. Euro erzielte, bis zum Jahr 2008 verdoppeln wird. RTL Shop setzt künftig auf eine größere Verbreitung in Deutschland. Denn im Gegensatz zu den großen Konkurrenten von QVC und HSE wird der in Köln ansässige Sender lediglich von rund zwölf Millionen Satellitenhaushalten empfangen und in zwei Millionen Kabel-Haushalte über 24 Stunden eingespeist - eine Reichweite von knapp 50 Prozent.

Von den Käufern werden 20 Prozent der Waren wieder zurückgegeben, vor allem Modeartikel oder Ringe, die nicht passen. Auch viele Rückläufer, die gar nicht erst beim Kunden ankommen, zählen laut Scheve dazu. "Unsere Rückgabefrist ist mit 30 Tagen deutlich länger als die gesetzlich vorgeschriebenen 14 Tage", sagte Scheve. "Dies verstehen wir als vertrauensbildende Maßnahme, weil wir mit unseren Kunden ja auch künftig Kontakt pflegen wollen." (APA/dpa)

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