Ultrarechte Siedler drohen Sharon mit gewaltsamem Widerstand

6. Juli 2004, 20:11
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Gegen Auflösung von Siedlungen in palästinensischen Gebieten -

Tel Aviv - Vertreter der israelischen Siedlerbewegung haben Ministerpräsident Ariel Sharon mit gewaltsamem Widerstand gegen die Auflösung von Siedlungen in den palästinensischen Gebieten gedroht. "Es ist offensichtlich, dass es einen Krieg geben wird, eine Schlacht", zitierte die israelische Zeitung "Maariv" am Montag den bekannten ultrarechten Siedler-Vertreter Itamar Ben-Gvir. Der Ex-Bürochef des früheren Likud-Regierungschefs Benjamin Netanyahu, Uri Elitzur, erklärte im Armeeradio, die Siedler hätten das Recht, sich mit Gewalt zu wehren.

Würden Soldaten ihn mit Zwang aus seiner Heimat vertreiben, dann würde er "kratzen, treten, beißen und sich mit Händen und Füßen wehren", sagte der Siedler-Vertreter. "Jemanden aus seiner Heimat rauszuschmeißen, ist ein furchtbares Verbrechen." Das israelische Oberrabbinat teilte dagegen mit, das jüdische Religionsgesetz erlaube keinen gewaltsamen Widerstand gegen die Auflösung der Siedlungen.

Warnung vor erhöhter Gewaltbereitschaft

Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet, Avi Dichter, hatte am Sonntag gewarnt, die Gewaltbereitschaft unter den ultrarechten jüdischen Siedlern nehme zu. Äußerungen von Rabbinern und Sieder-Vertretern deuteten daraufhin, dass sie gewaltsamen Widerstand gegen die geplante Auflösung von Siedlungen guthießen. Es habe bereits Übergriffe auf Sicherheitskräfte gegeben.

Israels Regierungschef Sharon will bis Ende nächsten Jahres alle 21 jüdischen Siedlungen im Gaza-streifen und vier Siedlungen im Westjordanland auflösen. Der Plan ist in seiner eigenen Likud-Partei heftig umstritten. (APA/dpa)

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