Deutsche Welle muss sparen

13. Juli 2004, 13:59
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Spanisches TV-Programm in der Schwebe - Weniger Geld vom Bund - Einschnitte im Personalbereich

Die Deutsche Welle (DW) muss bei geringeren Bundesmitteln in den nächsten Jahren kräftig sparen und vor allem Personal abbauen. Das machte der Intendant des deutschen Auslandssenders, Erik Bettermann, am Montag in Bonn deutlich. Die Einschnitte im Programmbereich sollen bei einer Neuausrichtung des Senders begrenzt werden. Das spanischsprachige TV-Programm in Lateinamerika, um das es auch politischen Wirbel gab, soll laut Bettermann zunächst bis Ende 2005 beibehalten werden.

Ihm drohe aber ebenso das Aus wie dem TV-Programm in Afghanistan, wenn der Bund nicht die erforderlichen Mittel beisteuere. Es werde aber kein Hörfunk-Programm eingestellt und auch keine Redaktion geschlossen, sagte Bettermann.

"Wirklich an die Substanz"

Das spanischsprachige Programm könne auch nach 2005 fortgesetzt werden, wenn der Bund dem Auslandssender Mittel für die generelle Umstrukturierung des Senders zur Verfügung stelle, sagte Bettermann. Das müssten für 2005/2006 etwa vier Millionen Euro sein. Ansonsten gebe es aus Sparzwängen keine andere Wahl, als künftig auf Basis des deutschen Programms nur noch als weit billigere Alternative mit Untertiteln in Spanisch zu senden.

Nach Kürzungen in diesem Jahr von 3,1 Millionen Euro sollen der Deutschen Welle (DW) für 2005 und 2006 an Mitteln aus dem Bundeshaushalt (insgesamt 261,4 Millionen Euro) jeweils rund 8,1 Millionen Euro weniger als zunächst geplant zur Verfügung stehen. Seit 1998 seien die Mittel für die DW schon um rund 17 Prozent zurückgegangen, sagte Bettermann. Die Rationalisierungsmöglichkeiten seien bereits weitgehend ausgeschöpft. "Wir sind an einem Punkt, wo es wirklich um Substanz geht."

Einsparungen sollen durch Wegfall freier Planstellen und Vorruhestandsregelungen sowie auch einen Höhergruppierungs- und Einstellungsstopp erzielt werden. Der Rundfunkrat beschloss, im Personalbereich bis Ende 2005 insgesamt 60 Planstellen oder 180 Vorruhestandsstellen einzusparen. Durch Vorruhestand frei werdende Planstellen sollen ersatzlos gestrichen werden. Insgesamt soll der Personalabbau zwischen 2003 und Ende 2006 bei 165 Stellen liegen. Derzeit beschäftigt die DW rund 1500 fest angestellte Mitarbeiter. (APA/dpa)

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