Aushöhlung des Artenschutzes unter der Regierung Bush

12. Juli 2004, 11:41
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Umweltschützer warnen vor unzureichenden Maßnahmen des "New Environmentalism"

Washington - Amerikanische Umweltschützer schlagen Alarm: Das 30 Jahre alte Gesetz zum Schutz der gefährdeten Arten werde unter der Regierung von US-Präsident George W. Bush ausgehöhlt, warnen sie.

Gemäß dem neuen Prinzip des "New Environmentalism" der republikanischen Regierung werden Grundeigentümern eher Anreize gegeben, die gefährdeten Pflanzen und Tiere zu bewahren, als mit eindeutigen Verboten durchgegriffen. Diese "Incentives" würden jedoch oft nicht funktionieren und seien nicht ausreichend, um eine Spezies an der Schwelle zum Aussterben wirkungsvoll zu schützen, so die Umweltaktivisten.

Zahlen und Fakten

Während der Amtszeit von Präsident Bush seien jährlich nur durchschnittlich 9,5 Spezies auf die Liste der gefährdeten Arten unter besonderem Schutz neu aufgenommen worden, verglichen mit 65 gefährdeten Spezies jährlich unter seinem Vorgänger Bill Clinton und immerhin noch 59 pro Jahr während der Amtszeit von Bush-Vater George H.W. Bush.

Die Regierung erkläre auch nur rund die Hälfte des von Biologen geforderten Gebiets zu "Habitaten", also geschützten Lebensräumen, kritisieren die Umweltschützer. Weiters würden entscheidende Kompetenzen von der US-Fisch- und Wildleben-Behörde zu anderen Behörden verlagert, die jedoch andere Prioritäten als Umweltschutz hätten.

Die Antwort

Von Regierungsseite werden alle Vorwürfe der Umweltschützer zurückgewiesen. Die Bush-Administration habe 1,3 Mrd. Dollar (1,070 Mrd. Euro) zum Schutz von gefährdeten Arten ausgegeben, so ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber der "Washington Post".(APA)

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