Purzelnde CD-Preise

9. Juli 2004, 21:15
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Maßnahme bei Bertelsmann-Tochter BMG: Reaktion auf Absatzkrise

Frankfurt - Der zu Bertelsmann gehörende Musikkonzern BMG reagiert mit Preissenkungen bei CDs auf die Absatzkrise der Branche. Von August an wolle das Unternehmen versuchsweise ein neues, gestaffeltes Preissystem im CD-Geschäft starten, sagte BMG-International-Chef Maarten Steinkamp dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Staffelung: Euro 9,99 über 12,99 bis 17,99

Demnach solle die Billigvariante künftig 9,99 Euro kosten, eine reguläre CD 12,99 Euro und eine "Luxusausgabe" 17,99 Euro. "Die Billigversion wird ähnlich wie eine selbst gebrannte kein Cover haben und nur aus der CD mit den direkt auf die Scheibe gedruckten Titeln bestehen", sagte Steinkamp. Bei einer teuren Version werde es dagegen DVD-Zugaben und andere Extras geben.

Einbußen durch CD-Piraterie entgegenwirken

BMG, die sich derzeit mit der Musiksparte des japanischen Sony-Konzerns zusammenschließt, will damit den Einbußen durch die CD-Piraterie entgegentreten. Die Branche leidet seit Jahren unter drastischen Umsatzrückgängen, auch durch das weltweit verbreitete illegale Brennen und Weiterverkaufen von CDs verursacht. Zudem belasten konkurrierende Angebote über Handy und Compter das klassische Musikgeschäft.

"Wir müssen unser Angebote endlich an der Nachfrage ausrichten"

"Wir sind uns über die Erfolgsaussichten keineswegs sicher, vielleicht verlieren wir sogar Geld", zitierte das Magazin in seiner neuesten Ausgabe Steinkamp. "Aber wir müssen endlich unsere Angebote an der Nachfrage ausrichten und Neues ausprobieren."

Deshalb werde BMG auch die Preise für ältere CDs senken und Katalogalben für 12,99 Euro anbieten statt wie bisher mindestens 16,99 Euro zu verlangen. Um bis zu einem Viertel solle der CD-Absatz so gesteigert werden. (APA/Reuters)

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