MasterCard geht gegen Online-Schwarzmärkte für Kartendaten vor

13. Juli 2004, 10:50
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Kampf gegen "Pishing" offenbart Dutzende verdächtiger Websites und illegale Handelsplätze für Kreditkarten-Daten

Der Kreditkartenanbieter MasterCard ist bei der Suche nach Datendieben auf Dutzende Online-Schwarzmärkte und gefälschte Websites gestoßen, die Kunden zur Preisgabe ihrer Konteninformationen verleiten sollen. Wie MasterCard am Montag in Kronberg bei Frankfurt am Main mitteilte, fand ein neues Suchsystem bei einem Testbetrieb in nur einer Woche 74 verdächtige Internetseiten und 24 illegale Online-Handelsplätze für Kartendaten.

Maßnahmen

Anlass für die ständige Internet-Überwachung ist laut MasterCard eine neue Form der Kartenkriminalität, das so genannte Pishing. Dabei werden Privatpersonen per E-Mail aufgefordert, ihre persönlichen Daten, Passwörter, Kartendaten und sogar die Geheimzahl anzugeben. Der Trick: die E-Mail sieht aus, als komme sie von einer Bank oder einem anderen, als vertrauenswürdig eingestuften Absender. Oft werden laut MasterCard sogar ganze Internet-Seiten gefälscht, um arglose Karteninhaber zu täuschen und zur Angabe ihrer Daten zu verleiten.

Angriff

MasterCard werde jetzt "massiv und direkt gegen diesen Datenklau und den Handel mit gestohlenen Kartendaten" vorgehen, erklärte das Unternehmen. Dabei werde das Internet weltweit und rund um die Uhr gezielt nach verdächtigen Betrugsmails durchsucht. Dabei werde nach typischen Mustern gefahndet, die Datendiebe verwenden, zum Beispiel auf Internetseiten, in Foren oder in Spam-Mails. Auch nach Banken- und Kreditkartensymbolen werde geforscht. Die verdächtigen Aktivitäten würden an Polizeibehörden wie das FBI oder Interpol gemeldet, um die Identifikation der Verantwortlichen und das Schließen der Seiten zu ermöglichen. (APA)

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