Das Ende des Kabelsalats steht bevor

11. Juli 2004, 21:09
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Das Forschungszentrum Telekommunikation Wien hilft, Drähte zu verbannen

Christoph Mecklenbräuker, Projektleiter am Forschungszentrum Telekommunikation Wien (ftw), ist schon jetzt von der Leistungsfähigkeit der Ultrabreitband-Technologie überzeugt. Dabei denkt er auch an ganz unkonventionelle Einsatzfelder: "Wenn jemand seine Brille verlegt hat, könnte diese etwa dem Computer einfach ihren Standort melden." Als typische Einsatzgebiete nennt er beispielsweise den Ersatz von USB 2.0 oder Firewire-Kabelverbindungen durch die neue Funktechnologie. Im industriellen Umfeld könnte man die Ultrabreitband-Technologie zur Steuerung von Industrierobotern und zur Abfrage von Sensormessdaten einsetzen.

Das Forschungszentrum ist seit Sommer 2002 an der Entwicklung von Ultrabreitband-Funktechnologien beteiligt. Im Projekt Magnet (My personal Adaptive Global NETwork) arbeiten seit Anfang dieses Jahres 37 Organisationen und Firmen an Lösungen für Personal Area Networks (PAN); Netzwerke für Zuhause sozusagen. "Die neue Art der Datenübertragung wird viele Drähte von Tischen und Schränken entfernen", freut sich Mecklenbräuker.

Der Wissenschafter klärt mit seinem Kollegen Olaf Albert von Siemens gerade die Zuverlässigkeit der drahtlosen Verbindung. Dazu senden sie in einer Versuchsanordnung bewegte Bilder über ein zwölf Megabit pro Sekunde schnelles Ultrabreitband-Funksystem von einem Sender zu einem Empfänger. "Wir wollen sehen, ob hinterher die Synchronisation der Bilder noch stimmt - oder ob die Signale durch irgendwelche Echos im Raum aus dem Takt geraten", erklärt er.

Energieverbrauch

Andere Fragen betreffen die Signalerzeugung selbst sowie den Energieverbrauch der neuartigen Funksysteme. "Das ist insbesondere für die Lebensdauer batteriebetriebener mobiler Endgeräte von elementarer Bedeutung", sagt der Forscher.

Auch an der Technischen Universität Graz und am Linzer Center of Competence in Mechatronics (LCM) laufen derzeit ähnliche Forschungen. In Linz haben die Wissenschafter, berichtet Mecklenbräuker, beispielsweise eine drahtlose Signalverbindung zu einem Cochlea-Innenohrimplantat entwickelt, das die Hörnerven stimuliert. (jokl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. 7. 2004)

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