Die START-Preise 2004

5. Juli 2004, 12:23
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Wien - Mit dem START-Programm sollen junge Spitzenforscher in Österreich gefördert werden. Heuer wurden fünf Wissenschafter mit dem START-Preis ausgezeichnet. Sie erhalten in den nächsten sechs Jahren jeweils 200.000 Euro jährlich für ihre wissenschaftlichen Arbeiten:

Immunologische Forschung auf Ebene der einzelnen, beteiligten Moleküle betreibt Gerhard Schütz vom Institut für Biophysik der Universität Linz. Bisher mussten nämlich Vorgänge im Körper wie auch Wirkungen von Medikamenten mehr oder weniger indirekt erforscht werden. Mit der so genannten Einzelmolekül-Mikroskopie gelingt es nun zunehmend, Vorgänge auf molekularem Niveau direkt und sogar auf lebenden Zellen zu beobachten. Im Detail beschäftigt sich Schütz etwa mit so genannten T-Zellen des Immunsystems.

Die Vereinheitlichung der nationalen Rechtssysteme der EU-Mitgliedsstaaten steht im Mittelpunkt der Forschungen von Thomas Bachner vom Institut für Bürgerliches Recht, Handels- und Wertpapierrecht der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien. Bachner analysiert dabei besonders das Gesellschaftsrecht, wo der Prozess der Europäisierung bereits vor über 30 Jahren begonnen hat. Die Komplexität des Phänomens wird etwa dadurch verschärft, dass in den Ländern nationale verschiedene juristische Denkmuster vorherrschen und Richtlinien in jeder der 20 Amtssprachen unterschiedlich interpretierbar sind.

Die "nichtlineare distributionelle Geometrie", mit der sich Michael Kunzinger vom Institut für Mathematik der Universität Wien beschäftigt, betrifft mehr Lebensbereiche, als man auf Grund des für Laien abstrakten Titels annehmen könnte. Vereinfacht sind nichtlineare Phänomene solche, bei denen Ursache und Wirkung nicht proportional zu einander sind. Das gilt für die Untersuchung von "singulären Raumzeiten" ebenso wie für seismische Schockwellen im Erdinneren.

An der Weiterentwicklung der so genannten Isotopenanalytik arbeitet Thomas Prohaska vom Department für Chemie der Universität für Bodenkultur (Boku). Isotope sind unterschiedlich schwere Atome des selben Elements. In der Natur herrschen in verschiedenen Regionen unterschiedliche Isotopenverhältnisse von Elementen. Mit einer genauen Analyse von Pflanzen oder tierischen Materialien (etwa Knochen) lassen sich so Hinweise auf die Herkunft aufspüren. Prohaska entwickelt eine Kombination von Analysemethoden, die selbst mit kleinsten Probenmengen brauchbare Ergebnisse liefert.

An der laufend nötigen Verbesserung von Computersimulationen für die Mikroelektronik arbeitet Vassil Palankovski vom Institut für Mikroelektronik der Technischen Universität (TU) Wien. Das Problem ist nämlich, dass kommerziell verfügbare Programme (TCAD) hinter dem Stand der führenden industriellen Anwendungen hinterher hinken. Beim Forschungsvorhaben von Palankovski stehen die Themen "Neue Materialien und Bauelemente" sowie "Fortschrittliche Transportmodelle" im Mittelpunkt. (APA)

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