Andreas Herzog von seinem Ex-Trainer begeistert

5. Juli 2004, 12:18
1 Posting

"Seine größte Stärke ist, dass er Spieler wie seine Söhne behandelt"

Los Angeles/Lissabon/Wien - Der Sensationssieg von Griechenland im Finale der Fußball-EM in Portugal hat auch im fernen Los Angeles für Freude gesorgt: Österreichs Rekordteamspieler Andreas Herzog war vom EM-Titel seines ehemaligen Trainers Otto Rehhagel begeistert und fast fassungslos über den Triumph von König "Rehakles". "Er pfeift sich nicht, was andere Leute über seine Taktik erzählen und seine größte Stärke ist, dass er Spieler wie seine Söhne behandelt", beschrieb Herzog das Erfolgsgeheimnis des deutschen Betreuer-Routiniers.

"Menschen sind ihm heilig"

Der in der Major League Soccer engagierte Wiener schwärmte in den höchsten Tönen ("Menschen sind ihm heilig. Einer seiner Pluspunkte ist der zwischenmenschliche Bereich") von seinem einstigen Coach bei Werder Bremen und Bayern München: "Das ist wahrscheinlich die größte Sensation, die es bisher im europäischen Fußball gegeben hat. Immerhin hat er zwei Mal gegen Portugal und dazu gegen Frankreich und Tschechien gewonnen - also gegen die drei besten Mannschaften Europas. Seine kontrollierte Offensive hat wieder einmal Erfolg gehabt."

"Wenn der ganze Trubel vorbei ist, werde ich ihn anrufen und gratulieren. Er hat eines gezeigt: Wenn der Zusammenhalt da ist, dann kann man alles schaffen. Die Spieler von Panathinaikos, Olympiakos und AEK haben einander alle nicht leiden können und jetzt hat er alle unter einen Hut gebracht. Grundvoraussetzung ist auch, dass man an seine Stärken glaubt. Und bei ihm haben sogar Reservisten wie jetzt Charisteas voll eingeschlagen!", skizziert Herzog die geglückten Entscheidungen Rehhagels als griechischer Teamchef.

"...auch schon Kontakte zum ÖFB"

So unglaublich es klingt: Genauso gut hätte sein langjähriger Wegbegleiter auch für Rot-Weiß-rot arbeiten können: "Ich habe eigentlich geglaubt, dass er einmal nach Österreich oder in die Schweiz kommt. Er hatte auch schon Kontakte zum ÖFB und ich weiß, dass er gerne in Wien leben und arbeiten würde. Mit seiner Frau, die so wie er Kunst und Kultur liebt, hätte er nirgends eine höhere Lebensqualität."

Für Österreich als Gastgeber der nächsten Europameisterschaft kennt der 35-Jährige, der als erster ÖFB-Kicker die magische Zahl von 100 Länderspielen erreichte (103 Einsätze mit 26 Toren), den Weg zu ähnlichen Überraschungen: "Das Wichtigste ist, dass du an dich glaubst. Wir haben wegen einiger hohen Niederlagen mit dem Team zuletzt ein Minderwertigkeitsgefühl gehabt. Dabei brauchst du nur ein Erfolgserlebnis. In der WM-Qualifikation für Frankreich haben wir auch auswärts gegen den WM-Dritten Schweden gewonnen und gesehen: 'Hallo' auch für uns ist etwas möglich. Das gleiche könnte passieren, wenn wir jetzt zum Start England schlagen."(APA)

  • Herzerl schwärmt von Rehhagel.

    Herzerl schwärmt von Rehhagel.

Share if you care.