Börsen Wien und Budapest wollen für Warschauer Börse bieten

18. Juli 2004, 18:24
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Privatisierung bis Jahresende erwartet - Weitere regionale Börsen sollen dazu stoßen

Wien/Budapest - Die Wiener Börse AG (WBAG) und die Börse Budapest (BSE) wollen gemeinsam ein Angebot für die Warschauer Börse (WSE) abgeben, die gegen Jahresende privatisiert werden soll. Im Gegenzug soll sich die Börse Warschau an der WBAG und der BSE beteiligen, erklärte der neue BSE-Chef Attila Szalay-Berzeviczy laut ungarischer Nachrichtenagentur MTI-Econews. Die Wiener Börse war auf APA-Anfrage am Montag vorerst zu keiner Stellungnahme bereit.

"Starke Allianz"

Die Warschauer Börse, die zu 98,8 Prozent dem polnischen Staat gehört, ist neben der BSE die größte Börse in den neuen EU-Mitgliedsländern. Die drei Börsen sollen laut Szalay-Berzeviczy eine starke Allianz von gleichen Partnern mit ähnlicher Eigentümerstruktur bilden, wobei der nationale Charakter der einzelnen Börsen erhalten bleiben soll. Er habe bereits vor zwei Wochen persönlich mit dem Präsidenten der Warschauer Börse, Wieslaw Rozlucki, über diese Pläne gesprochen, erklärte der BSE-Chef gegenüber der Tageszeitung "Napi Gazdasag" (Montagausgabe).

Falls sie zustande kommen sollte, würde die Achse Budapest-Wien-Warschau auch kleinere Börsen in der Region anziehen. Der Budapester Börse würde dabei keine Nebenrolle spielen, sondern sogar eine Säule einer solchen Allianz sein, so der BSE-Chef.

Szalay-Berzeviczy war Direktor der Wertpapierabteilung der Bank Austria Creditanstalt-Tochter HVB Bank Hungary und seit Februar 2004 Vorstandsmitglied der Budapester Börse, bevor er bei der außerordentlichen Hauptversammlung in der vergangenen Woche zum Vorstandschef der BSE ernannt wurde.

Österreicher-Konsortium

Ein von der HVB Bank Hungary angeführtes Österreicher-Konsortium hat im Mai die Mehrheit an der BSE übernommen und hält seither 68,8 Prozent an der Wertpapierbörse von Budapest. Die HVB Bank Hungary erhöhte ihren Anteil von 12,7 auf 25,2 Prozent, die Wiener Börse hält 14 Prozent, die Erste Bank 12,2 Prozent (vorher 5,8 Prozent), die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) 11 Prozent und die Raiffeisen Zentralbank (RZB) 6,4 Prozent. (APA)

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