"Hire or Fire" auf ProSieben: John de Mol sucht neuen Kreativdirektor

19. Juli 2004, 17:02
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Die Lehrlings-Suche im deutschen Privatfernsehen boomt - Schweizer Fernsehen schließt sich Trend an - ORF winkt ab

Die Jobsuche im Fernsehen nach allen Regeln der Reality-Kunst ist der TV-Trend für die nahe Zukunft. Vorgemacht hat es der US-Baulöwe Donald Trump, bei dem sich in "The Apprentice" 16 Kandidaten vehement bewarben, bis schließlich ein 32-jähriger Jung-Unternehmer das Rennen als Trumps "Lehrling" machte. Ein Quotenerfolg, den sich die deutschen Privatsender nicht entgehen lassen wollen. In der Schweiz springt die öffentlich-rechtliche SF DRS auf den Zug auf - anders als hier zu Lande der ORF.

RTL mit "The Apprentice", "Hire or Fire" auf ProSieben

RTL plant schon seit längerem eine deutschsprachige Ausgabe des US-Originals und war zuletzt eifrig auf der Suche nach einem Trump-Pendant. Konkurrent ProSieben bläst nun zum Gegenangriff: Man setzt ab Herbst 2004 auf "Hire or Fire" aus dem Hause Endemol und verspricht im Untertitel schlicht den "besten Job der Welt": Wer es schafft, erhält "ein Jahresgehalt von bis zu 300.000 Euro, eine(n) persönliche(n) Assistentin/Assistenten, einen Dienstwagen und die Chance, sich an der Seite eines der kreativsten Menschen der Welt zu beweisen", so die Produktionsfirma auf ihrer Homepage. Denn den gestrengen Chef der Bewerber hat man bereits gefunden: Endemol-Gründer John de Mol selbst sucht einen neuen Kreativ-Direktor.

Jobsuche auch in der Schweiz

Für das "Apprentice"-Original hat sich SF DRS entschieden. Starten soll es laut Nachrichtenagentur sda im Frühling 2005. Als Arbeitgeber wird unter anderem Nicolas G. Hayek von Swatch gehandelt. Kritische Stimmen im Vorfeld wies DRS-Direktorin Ingrid Deltenre zurück: Die Show habe einen direkten Nutzen für die Zuschauer, die sähen, worauf es bei einer Bewerbung ankomme. Keinesfalls handle es sich um eine "Fertigmacher-Show".

ORF winkt ab

Beim ORF sieht man indes Platz weder für "Hire" noch für "Fire": "Diesen US-Trend in Österreich 1:1 umzusetzen, halte ich nicht für möglich", erklärte Programmdirektor Reinhard Scolik auf APA-Anfrage. "Das Hire-and-Fire-Prinzip entspricht nicht unser Arbeits- und Lebenswelt." Allerdings: Auch für den ORF sei es "sehr wohl" interessant, das Thema Beruf "grundsätzlich zum Inhalt einer TV-Sendung zu machen". (APA)

  • John de Mol
    foto: prosieben

    John de Mol

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