Klestils Krankengeschichte

7. Juli 2004, 00:22
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1996: Künstlicher Tiefschlaf wegen atypischer Lungenentzündung

Wien - Spekulationen und Berichte über seinen Gesundheitszustand haben Thomas Klestil (71), dessen zweite Periode als Bundespräsident am Donnerstag zu Ende geht, über weite Strecken seiner Amtszeit begleitet. Der erste Eintrag in der Krankengeschichte datiert vom Herbst 1996: Am 23. September war bekannt geworden, dass Klestil seit mehr als einer Woche wegen einer atypischen Lungenentzündung im Wiener AKH behandelt wird. Zuletzt musste er im Vorjahr nach einem Ausrutscher im Bad an den Achillessehnen operiert werden.

Im Folgenden eine Chronologie der Krankengeschichte Klestils:

24. Mai 1992: Thomas Klestil wird in der Stichwahl gegen seinen SP-Konkurrenten Rudolf Streicher mit 56,85 Prozent der Stimmen zum Bundespräsidenten gewählt. Am 8. Juli folgt die Angelobung.

23. September 1996: Aufregung um den Gesundheitszustand Klestils: Der Bundespräsident wird seit über einer Woche wegen einer atypischen Lungenentzündung im Wiener AKH behandelt, das Wochenende hat er im künstlichen Tiefschlaf verbracht. Die Regierung wurde davon nicht informiert, da Österreich am Wochenende ohnehin schlafe, wie der behandelnde Arzt Wolfgang Graninger meint. Vranitzky übernimmt die Aufgaben des Staatsoberhaupts.

4. Oktober 1996: Klestil übernimmt wieder die Amtsgeschäfte, bleibt aber bis 1. November im AKH.

15. November 1996: Wegen einer Lungenembolie muss der Bundespräsident erneut für zehn Tage ins Krankenhaus.

28. Jänner 1997: Zur Angelobung der neuen Regierungsmitglieder kehrt Klestil erstmals nach seiner schweren Krankheit in die Präsidentschaftskanzlei zurück. Mitte April wird er wieder für völlig gesund erklärt.

20. November 1997: Internist Reinhard Mölz veröffentlicht eine Erklärung zum Gesundheitszustand Klestils: "Seit ca. 10 Monaten bestehen weder klinisch noch in den Laborbefunden Zeichen für eine Entzündung der Lunge."

19. April 1998: Wiederwahl zum Bundespräsidenten mit 63,49 Prozent.

23. Februar 1999: Klestil sagt einen Besuch in Salzburg wegen einer virusbedingten Halsentzündung ab.

Juni 2003: Klestil muss erneut wegen einer leichten Lungenentzündung ins Spital, übersteht sie aber "ohne Komplikationen" und verlässt das Krankenhaus am 13. Juni.

16. November 2003: Nach einem Ausrutscher im Bad muss Klestil an den Achillessehnen operiert werden.

22. Juni 2004: Der für 26. Juni geplante Tag der offenen Tür zum Ende der Amtszeit Klestils muss wegen des schlechten Gesundheitszustandes des Präsidenten abgesagt werden.

5. Juli 2004: Einlieferung Klestils in das AKH mit dem ÖAMTC-Notarzthubschrauber wegen akuter Lungenprobleme. Der Bundespräsident muss nach einem Herzstillstand reanimiert werden und befand sich in "kritischem Zustand". (APA)

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