Milosevic-Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt

5. Juli 2004, 18:18
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Ankläger beantragte Pflichtverteidiger für jugoslawischen Ex-Präsidenten

Den Haag - Die Fortsetzung des Kriegsverbrecherprozesses gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic vor dem UN-Tribunal ist am Montag nach kurzer Debatte über die Gesundheit des Angeklagten auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Die Richter kündigten an, dass sie erst über ärztliche Gutachten und die Forderungen von Milosevic entscheiden wollen, ehe sie weitere Termine für die Fortsetzung des Verfahrens nach viermonatiger Pause nennen.

Proteste

Milosevic hatte zu Beginn der Verhandlung dagegen protestiert, dass er überhaupt aus dem Untersuchungsgefängnis ins Gerichtsgebäude gebracht wurde. Ein Arzt habe noch am Morgen nach einer Untersuchung erklärt, dass er wegen zu hohen Blutdrucks nicht an einer Verhandlung teilnehmen könne. Die Richter kannten diesen Bericht jedoch nicht.

Eröffnungsrede

Milosevic verlangte, dass er die ihm zugestandene vierstündige Eröffnungsrede für seine Verteidigung nicht vor Anfang August zu halten brauche. Ankläger Geoffrey Nice beantragte erneut, dass die Richter zwangsweise einen Pflichtverteidiger für Milosevic berufen. Andernfalls wiederholten sich die Probleme mit Verzögerungen der Verhandlung auf Grund von Gesundheitsproblemen des Angeklagten. (APA/dpa)

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    Das UN-Kriegsverbrechertribunal hat die Fortsetzung des Prozesses gegen Slobodan Milosevic vertagt.

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