Todesstrafe für Handel mit Kinderorganen in Afghanistan

6. Juli 2004, 20:50
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Karzai will damit steigende Zahl von Entführungen entgegen wirken

Kabul - Der afghanische Präsident Hamid Karzai will Handel mit Kinderorganen künftig mit der Todesstrafe ahnden. Mit einer entsprechenden Anordnung reagiere Karzai auf die steigende Zahl von Entführungen von Kindern, denen dann Organe entnommen würden, um diese ins Ausland zu verkaufen, sagte der afghanische Generalstaatsanwalt Mahmud Dakik am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. In Afghanistan stand auf Kindesentführung und -handel bisher eine Strafe von maximal 15 Jahren Gefängnis.

"Nun sieht ein Dekret das Todesurteil für jemanden vor, der einem entführten Kind ein Organ entnimmt oder es nach der Entführung tötet", sagte Dakik. Wenn nur eine Entführung vorliege, müsse der Täter mit 20 Jahren Gefängnis rechnen.

Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden in den vergangenen Jahren mehrere hundert Kinder in Afghanistan entführt und ihre Organe ins Ausland verkauft. Allein in der Hauptstadt Kabul würden derzeit 47 Fälle von Kindesentführung und -handel untersucht, sagte Dakik.(APA/Reuters)

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