Investieren wie Fürst Hans-Adam

18. Juli 2004, 18:24
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Die liechtensteinische LGT-Bank bietet Anlegern die Möglichkeit, ihr Geld wie der Fürst von Liechtenstein anzulegen - Der Ertrag war in den vergangenen Jahren trotz Börsenflaute beträchtlich

Den Superreichen dieser Erde geht es wieder besser. Laut einem Bericht von Merrill Lynch konnten die 7,7 Millionen Menschen, die über Finanzvermögen von mehr als einer Million Dollar verfügen, ihr Geld 2003 nach zwei mageren Jahren um rund acht Prozent mehren.

Das freut auch die Verwalter dieser Vermögen, meist Privatbanken wie die liechtensteinische LGT. Nach der Expansion in Deutschland drängt die LGT auch auf den österreichischen Private-Banking-Markt. Im März wurde eine Repräsentanz in Wien eröffnet, welches die Bank als "Tor zum Osten" ansieht, als Stützpunkt auf dem Weg in die neuen EU-Länder. Ihren Klienten verspricht die LGT umfassende Beratung in allen Finanzfragen. "Wir können mit kleinen Teams arbeiten", sagt Prinz Philipp von Liechtenstein, Präsident der LGT-Gruppe, "und wir konzentrieren uns auf die Bereiche, die wir besser machen können als andere."

Private Banking ist das Kerngeschäft der LGT Gruppe, die auch in der institutionellen Vermögensverwaltung und im Treuhandgeschäft tätig ist und 48,5 Milliarden Franken (32 Milliarden Euro) an Kundenvermögen betreut. Vor allem aber wirbt die LGT mit ihrer Nähe zur liechtensteinischen Monarchie. Prinz Philipp ist der Bruder des Fürsten Hans-Adam II., sein Institut die Geldverwalterin der Fürstenfamilie. Eine Milliarde Franken hat das Haus Liechtenstein in das 1,6 Milliarden umfassende "fürstliche Portfolio" gesteckt. Auf Wunsch können die Kunden ihr Geld auf dieselbe Weise anlegen, also investieren "wie der Fürst". Das sei ein Wettbewerbsvorteil, so Prinz Philipp. "Wir empfehlen nicht nur eine Anlagephilosophie, wir leben sie selbst vor."


31,2 Prozent Ertrag

Der Wert des Fürsten-Portfolios ist seit 1998 trotz der Börsenschwäche um 31,2 Prozent gestiegen. Es enthält zu je 30 Prozent Aktien und Rentenpapiere sowie zu 40 Prozent riskantere Investments: Hedge-Funds und Private Equity. Solche alternativen Anlagen sind eine Spezialität der LGT; mit verwalteten Vermögen von knapp sechs Milliarden Franken gehört sie in diesem Bereich zu den Größten im deutschsprachigen Raum.

Als Beobachter längerfristiger Trends profitieren die LGT-Portfoliomanager von Erkenntnissen der Behavioral Finance. Das rationale Kalkül der Marktteilnehmer, so diese Theorie, wird von psychologischen und soziologischen Aspekten menschlichen Handelns überlagert. Viele Anleger überschätzen sich oder lernen nicht aus Fehlern.

Dies zu verstehen heißt die Börsenentwicklung besser vorhersehen zu können. Nach diesem Prinzip wird zum Beispiel der Global-Sector-Trends-Fonds der LGT bewirtschaftet, der seit seiner Auflage 1999 um rund 30 Prozent zulegte. (Thomas Kirchner aus Zürich, Der Standard, Printausgabe, 05.07.2004)

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    Auch das Investment in Kunst ist für die Private-Banking-Kunden möglich, wenn auch nicht in die Werke im Liechtenstein- Museum in Wien. Prinz Philip von und zu Liechtenstein (unten) hat das Vermögen seines Bruders Hans Adam deutlich vergrößert.

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