Debakel in Förderbank AWS kommt teuer

14. Juli 2004, 11:18
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Verschleppte Kündigung kostete 40.000 Euro

Wien - Die vorzeitige Ablöse von Geschäftsführer Percival Pachta-Rayhofen im Vorjahr ist die staatlichen Förderbank Austria Wirtschaftsservice (AWS) teuer zu stehen gekommen. Teurer als nötig, befindet der Rechnungshof (RH) im jüngst vorgelegten Wahrnehmungsbericht. 40.000 Euro Mehrkosten hat demnach allein die verschleppte Kündigung eines Geschäftsführervertrags gekostet.

Pachta-Rayhofen wurde am 1. Oktober 2002 für fünf Jahre als AWS-Geschäftsführer bestellt, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Eigentümern und Aufsichtsrat wenige Monate später aber abberufen. Die Bestellung wurde per 27. März 2003 widerrufen, er selbst am 2. Juni dienstfrei gestellt. Gekündigt hat das zuständige Finanzministerium Pachta-Rayhofen allerdings erst im Juni, und zwar unter Einhaltung der Kündigungsfrist bis zum Jahresende 2003.

Einsparungen von mindestens 40.000 Euro möglich

Hier hakt der RH ein: "Wäre nach dem Widerruf der Bestellung auch die Kündigung des Anstellungsverhältnisses angesprochen worden, wären Einsparungen von mindestens 40.000 Euro (ein Viertel des Gesamtjahresbezugs von 160.000 Euro) möglich gewesen", kritisiert der RH.

Das Finanzministerium (BMF) kontert, Pachta-Rayhofen sei wegen unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung der AWS abberufen worden. Eine gleichzeitige Kündigung hätte mangels konkretisierter Kündigungsgründe nicht erfolgen können, denn diese seien dem BMF erst im Juni 2003 zur Kenntnis gebracht worden. Außerdem sei zunächst eine einvernehmliche Trennung versucht worden.

"Karl-Heinz Grasser verschleudert das Geld der Steuerzahler", ärgert sich Grünen-Abgeordnete Michaela Sburny. Denn zu den 40.000 Euro könnte das Arbeitsgericht die Auszahlung des gesamten Vertrages (angeblich 650.000 Euro) anordnen. (ung, Der Standard, Printausgabe, 05.07.2004)

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