Porträt: Monti - Wunschkandidat, der schon einmal absagte

6. Juli 2004, 15:34
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Fini fordert angesehene Persönlichkeit als Nachfolger von Tremonti - Monti: "No comment"

Rom - Berlusconis Wunschkandidat für die Nachfolge des zurückgetretenen Finanzministers Giulio Tremonti heißt Mario Monti. Der EU-Kommissar gilt international als einer der angesehensten italienischen Wirtschaftsexperten. Der 1943 in Varese geborene ehemalige Rektor der Mailänder Bocconi-Universität erwarb sich in Brüssel sowohl im Ressort Binnenmarkt und Steuern als auch in jenem für freien Wettbewerbs einen guten Ruf.

Monti studierte Witschaftswissenschaften und Management und war Professor für Geldtheorie und Finanzpolitik. Sein Mandat als EU-Wettbewerbskommissar läuft zwar im Oktober ab, doch er würde zweifellos gern weitere fünf Jahre italienischer EU-Kommissar anhängen.

Ob der parteiunabhängige Ökonom bereit ist, sich die Niederungen der italienischen Parteipolitik hinunterzubegeben, gilt dagegen als fraglich. Monti hatte schon einmal ein Angebot Berlusconis abgelehnt. 2001 hatte ihn der damals frisch gebackene Ministerpräsident als Außenminister in seine Regierung berufen wollen.

"Rate Ihnen, lieber das Formel 1-Rennen zu sehen"

Bei seiner Ankunft aus Brüssel auf dem Mailänder Flughafen Malpensa gab sich Monti jedenfalls verschlossen: "Ich habe nichts zu sagen, ich rate Ihnen, lieber das Formel 1-Rennen zu sehen", sagte der wortkarge Monti den vielen Journalisten, die auf ihn auf dem Flughafen warteten, in Anspielung auf den Grand-Prix von Frankreich in Magny Cours. (APA/gmu, DER STANDARD, Printausgabe 5.6.2004)

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    "Ich habe nichts zu sagen, ich rate Ihnen, lieber das Formel 1-Rennen zu sehen", wimmelte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti Journalistenfragen auf dem Mailänder Flughafen Malpensa ab.

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