Untersuchungsbericht kritisiert britische Geheimdienstarbeit

5. Juli 2004, 20:42
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Angeblich scharfe Kritik an MI6: Falsche Erkenntnisse, Überprüfungssystem hat nicht funktioniert

London - Ein Untersuchungsbericht über die Arbeit der britischen Geheimdienste vor dem Irak-Krieg wird nach Medieninformationen scharfe Kritik an Geheimdienst- und Regierungsmitarbeitern enthalten. "Die Schlussfolgerung wird sein, dass die Erkenntnisse falsch waren und das System zu ihrer Überprüfung nicht funktioniert hat", zitierte die "Sunday Times" politische Kreise. Der Chef des Geheimdienstausschusses, John Scarlett, und der Chef des Geheimdienstes MI6, Richard Dearlove, hätten demnach zugelassen, dass falsche Informationen in ein Irak-Dossier gelangt seien, das Premierminister Tony Blair als Begründung für den Krieg benützt habe. Ein Regierungssprecher nahm zu den Angaben nicht Stellung.

Großbritannien war als engster Verbündeter der USA und gegen den Willen der Mehrheit der Briten in den Irak-Krieg gezogen. In dem Dossier hieß es, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen und sei in der Lage, sie innerhalb von 45 Minuten einzusetzen. Die Angaben haben sich als nicht haltbar erwiesen. Der Untersuchungsbericht soll am 14. Juli veröffentlicht werden. (APA/Reuters)

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