UNO räumt dem Heiligen Stuhl höheren Status ein

5. Juli 2004, 12:53
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Päpstlicher Vertreter kann in Debatten der Generalversammlung eingreifen

Vatikanstadt - Der Status des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen ist aufgewertet worden. Die Vollversammlung billigte ohne Gegenstimme den Text, der dem Vertreter des Heiligen Stuhls offiziell eine aktivere Rolle zubilligt. Damit sei der Heilige Stuhl anderen Einrichtungen gleichgestellt, die durch Ständige Beobachter (wie die Palästinensische Befreiungsorganisation) repräsentiert werden, meldete Kathpress. Der Vatikan begrüßte die neue Regelung, stellte jedoch klar, dass der Heilige Stuhl nicht die Vollmitgliedschaft bei den Vereinten Nationen anstrebe. Der Heilige Stuhl ist unabhängig vom (1929 gegründeten) Staat der Vatikanstadt Völkerrechtssubjekt.

Die katholische Kirchenführung sei daran interessiert, die Arbeit der UNO als Forum eines "Welt-Gesprächs" zu sehen, weniger als Sitz einer "Welt-Regierung", betonte Erzbischof Celestino Migliore, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhles bei den Vereinten Nationen in New York. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte Migliore: "Unser Status ändert sich nicht prinzipiell, er wird aber präzisiert und gestärkt. Ab sofort dürfen wir bei der Jahresvollversammlung in die Debatte eingreifen, ohne die Erlaubnis anderer Staaten abwarten zu müssen, und wir haben auch das Recht, antworten zu dürfen, so weit es um den Heiligen Stuhl geht. Uns werden also umfassendere Rechte zugestanden - und das von 191 Ländern". Die Statusänderung erfolgt im Zug der UNO-Reform, die seit einem Jahr im Gang ist.

Der Heilige Stuhl, der seit 40 Jahren bei der UNO vertreten ist, sei sich mit den Vereinten Nationen einig in der "Verteidigung der fundamentalen Rechte, der Bewahrung der Menschenwürde und der Förderung des Gemeinwohls", sagte Migliore. (APA)

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