Russische KP in zwei Lager zerfallen

5. Juli 2004, 12:14
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Zwei Vorsitzende gewählt: Tichonow als Gegen-Parteichef zu Sjuganow

Moskau - Die vom Kreml ins politische Abseits gedrängte Kommunistische Partei Russlands (KPRF) ist in zwei Lager zerfallen. Auf einem Parteitag am Samstag in Moskau beriefen die Anhänger des Parteivorsitzenden und früheren Präsidentschaftskandidaten Gennadi Sjuganow diesen erneut an die Spitze. Auf einem Gegenparteitag erhoben Sjuganows Kritiker den Gouverneur des Gebiets Iwanowo, Wladimir Tichonow, zum Parteichef. Beide Versammlungen nahmen für sich in Anspruch, rechtlich die KPRF zu vertreten.

Sjuganow gestand selbstkritisch ein, er habe der Spaltung nicht rechtzeitig entgegengewirkt. Der 60-jährige Kommunistenführer hat seit dem Zerfall der Sowjetunion bei drei Präsidentenwahlen gegen Boris Jelzin und dessen Nachfolger Wladimir Putin verloren. Vor allem unter Putin wurden die Kommunisten an den Rand gedrängt und erhielten bei der Duma-Wahl im Dezember 2003 nur noch 12 Prozent der Stimmen. Die innerparteiliche Opposition wirft Sjuganow vor, zu nachgiebig gegenüber dem Kreml zu sein.

Die liberale Partei Jabloko bestätigte auf ihrem Parteitag Grigori Jawlinski als Vorsitzenden. Jabloko hatte bei der Dumawahl den Einzug ins Parlament verpasst. (APA/dpa)

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