Angeklagter jugoslawischer Ex-Generalstabchef droht mit "Rache"

5. Juli 2004, 08:40
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Sollte er an das UNO-Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert werden

Belgrad/Wien - Nach der Einleitung des Verfahrens zur Auslieferung von vier serbischen Generälen an das UNO-Kriegsverbrechertribunal hat einer der Angeklagten, der jugoslawische Ex-Generalstabchef Nebojsa Pavkovic, mit "Rache" gedroht. "Es können nicht andere über meinen Kopf entscheiden. Und ich kann ihnen nur übermitteln - unabhängig davon, was mit uns geschehen wird -, es wird jeden die Rache ereilen. All jene werden die verdiente Strafe erhalten, die eine Entscheidung über unsere Auslieferung treffen", sagte Pavkovic der Zeitung "Gradjanski list" (Freitag-Ausgabe).

"Äußerst offenen Drohungen"

Der serbische-montenegrinische Außenminister Vuk Draskovic sprach von "äußerst offenen Drohungen". Dies habe ihn auch nicht verwundert, da Pavkovic beim Attentat auf ihn, Draskovic, im Jahr 2000 beteiligt gewesen sei, sagte der Außenminister. Draskovic hatte das Attentat in der montenegrinischen Adria-Stadt Budva mit viel Glück nur leicht verletzt überlebt.

Pavkovic wurde gemeinsam mit den Generälen Vladimir Lazarevic, Sreten Lukic und Vlastimir Djordjevic vor acht Monaten vom UNO-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen während des Kosovo-Krieges (1998/99) angeklagt. Draskovic hat die Prozedur zur Festnahme und Auslieferung der vier Generäle am Donnerstag formal eingeleitet. (APA)

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    Der jugoslawische Ex-General Neboja Pavokovic droht all jenen mit Rache, die eine Entscheidung über seine Auslieferung treffen.

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