Polizei warnte Aznar vier Monate vor 11. März vor Anschlägen

4. Juli 2004, 19:14
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Möglicher Drahtzieher war bereits im Visier der Behörden

Madrid - Die spanische Polizei hat die Regierung in Madrid bereits vier Monate vor den Anschlägen vom 11. März über drohende Anschläge des Terrornetzwerks El Kaida in Spanien informiert. "Es ist klar, dass Spanien von nun an ein erklärtes Ziel von El Kaida ist", warnten die Ermittler Ende November Regierungschef Jose María Aznar. Dies geht aus einem Bericht auf Grundlage einer Reihe von Regierungsdokumenten hervor, die am Samstag der parlamentarischen Untersuchungskommission zum 11. März übergeben wurden.

Die Ermittler gingen demnach davon aus, dass wegen der Beteiligung des Landes am Irak-Krieg ein Anschlag "in Spanien oder auf spanische Interessen im Ausland in Kürze" drohe. Sie verwiesen dabei auf Anschläge gegen italienische und britische Ziele. Beide Länder sind an der multinationalen Truppe im Irak beteiligt.

Hauptverdächtiger fiel bereits im November auf

Der spanischen Polizei war dem Bericht zufolge bereits im November einer der Hauptverdächtigen der Anschläge vom 11. März aufgefallen - Rabei Osman Sayed Ahmed alias Mohammed der Ägypter. Dieser leite eine "mögliche El-Kaida-Zelle in Spanien mit Beziehungen zu anderen europäischen Ländern".

Bei den Anschlägen auf vier Pendlerzüge in Madrid waren 191 Menschen getötet und fast 2000 verletzt worden. Die neue sozialistische Regierung zog nach ihrem überraschenden Wahlerfolg im März die spanischen Truppen aus dem Irak ab. Ahmed wurde Anfang Juni als mutmaßlicher Drahtzieher der Madrider Terrorwelle in Mailand zusammen mit zwei weiteren Verdächtigen festgenommen. (APA/AFP)

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