ÖAAB-Absage an längere Wochenarbeitszeit

16. Juli 2004, 11:31
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ÖVP-Bundesparteivorstand soll Klarheit schaffen

Wien - Der ÖAAB ist gegen eine längere Wochenarbeitszeit, weil die derzeitige Gesetzeslage ausreichend Möglichkeit zur flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit biete. Im übrigen sei es vor allem Aufgabe der Sozialpartner, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen, sagte ÖAAB-Generalsekretär Werner Amon am Samstag in einer Aussendung. Dieses Thema, vom Präsidenten der Industriellenvereinigung "in Umlauf gebracht", sei bestens dazu geeignet, "um Wähler zu vertreiben", meint Amon.

"Entsprechende Gegenleistungen der Unternehmen"

Amon wies darauf hin, dass für die Wirtschaft vor allem im Rahmen der Steuerreform 2005 ein großes Paket zur nachhaltigen Standortabsicherung geschnürt worden sei. "Die Unternehmen müssen nun beweisen, dass sie auch die dementsprechende Gegenleistung erbringen können, wie sie sie im Falle der Senkung der Körperschaftssteuer auf 25 Prozent versprochen hatten", stellte er klar. Es sei aber mehr als unseriös jetzt schon wieder über angebliche Standortnachteile zu diskutieren, wenn die Auswirkungen der Steuersenkung für die Unternehmen noch gar nicht spürbar seien.

Auch Bildungskarenz und Sabbaticals sei Flexibilisierung

Vielmehr müssten nun die Unternehmen ihre Bereitschaft zur Flexibilität unter Beweis stellen. "Wir werden sehen, wie sehr die Unternehmen nun das Recht auf Elternteilzeit mit Leben erfüllen. Die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss auch im Interesse der Unternehmen stellt werden", erklärte der ÖAAB-Generalsekretär. Derzeit gebe es ein vergrößertes Teilzeitangebot, vorwiegend in jenen Branchen, wo die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwar länger arbeiten wollen, die Unternehmen aber aus Kostengründen auf die Teilzeitanstellungen zurückgreifen, wie dies zum Beispiel im Handel der Fall seien. Zum Thema Flexibilisierung der Arbeitszeiten gehöre aber auch die Frage nach Bildungskarenzen oder aber auch Sabbaticals im Sinne von Lebensarbeitszeitmodellen.

Allgemein stellte Amon fest, dass diese Thematik eine innerparteiliche Klärung und Positionierung bedarf. "Ich rege daher an, dieses Thema im nächsten ÖVP-Bundesparteivorstand zu besprechen, um die ÖVP-Position, dass eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit nicht in Frage kommt, deutlich zu machen", schloss Amon. (APA)

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