Mitterlehner: Tägliche Arbeitszeit von 12 Stunden

16. Juli 2004, 11:31
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Keine Verlängerung der Wochenarbeitszeit, aber Flexibilisierung der Zeiten - ÖGB gut beraten, "mit sich reden zu lassen"

Wien - Nicht für eine längere Wochenarbeitszeit, aber für Flexibilisierung tritt der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer, Reinhold Mitterlehner, ein. "Eine Verlängerung der Arbeitszeit würde eine negative Einstellung auslösen", so Mitterlehner in den "Salzburger Nachrichten" am Samstag. Die gültige Regelung, wonach die tägliche Normalarbeitszeit acht Stunden und die Höchstarbeitszeit zehn Stunden betrage, sei aber zu starr. Betriebe müssten flexibler reagieren können, um etwa gesteigerter Nachfrage nachkommen zu können.

Deshalb plädiert Mitterlehner dafür, die tägliche Arbeitszeit auf zehn bzw. zwölf Stunden auszudehnen. Dabei dürfe freilich die im Kollektivvertrag festgesetzte Wochenarbeitszeit, ob sie jetzt 38 oder 37,5 Stunden betrage, nicht überschritten werden.

Betriebsvereinbarungen statt Kollektivvertrag

Um dies zu gewährleisten, wünscht sich Mitterlehner die Möglichkeit, den Durchrechnungszeitraum - ein Jahr ist für ihn vorstellbar - nicht nur per Kollektivvertrag, sondern auch per Betriebsvereinbarung festzulegen. Somit würden die Unternehmen "nicht über einen Kamm geschoren, sondern die Notwendigkeiten verschiedener Branchen berücksichtigt", glaubt er.

Mitterlehner baut darauf, dass die Gewerkschaft mit sich reden lassen werde: "Sie wird gut beraten sein, sich das vorbehaltlos anzuschauen." Denn auch Gewerkschafter müssten die allgemeine Wettbewerbssituation berücksichtigen, in der die Betriebe steckten. Einen Mitstreiter hat die Wirtschaftskammer in Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Auch dieser will über flexiblere Arbeitszeiten reden. (APA)

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    Reinhold Mitterlehner, der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer: Die ÖGB (im Hintergrund Fritz Verzetnitsch) werde "gut beraten sein, sich das vorbehaltlos anzuschauen".

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