reich:weite04 überwindet Grenzen

7. Juli 2004, 19:10
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Kurztrip ins Weltall mit zentraleuropäischer Kommunikationsbrücke

Am Samstag Nachmittag wurde am Trainingsplatz von Sturm Graz eine Kommunikationsskulptur bis an den Rand der Stratosphäre geschickt. BesucherInnen des Kunsthauses Graz können den Flug und die Bilder der in bis zu 32000 Metern befindlichen Kamera live im Medienkunstlabor miterleben.

reich:weite 04 ist einerseits als Kommunikationsbrücke für Amateurfunker Mitteleuropas konzipiert , andererseits ist es der Versuch einer künstlerische Abstraktion des menschlichen Werdungsprozesses.

"Die eigentliche Herausforderung war es die Grenzen im Kopf zu überwinden. Wenn einmal eine gedankliche Brücke geschafft ist, sind regionale Grenzen kein Problem mehr" erzählt Projektleiter Rainer Fritz. Das Ziel war es sich mit technischer Hilfe so weit wie möglich von der Erde zu entfernen um einen möglichst grossen Funkradius zu gewährleisten. Rund 32000 Meter wird die technische "Wunderkugel" mit Hilfe eines Heliumballons aufsteigen. Dann wird sie Amateurfunker aus Mitteleuropa als Kommunikationsbrücke von rund 400 - 500 km Radius dienen : Somit können Funker aus Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Tschechien oder Polen an dem Experiment teilhaben. BesucherInnen des Kunsthauses Graz werden den gesamten Flug live beobachten können. Der visuelle Höhepunkt wird in 32.000 Meter Höhe liegen: Das Weltall wird greifbar, die Wölbung der Stratosphäre sichtbar und das Himmelblau wird zu einem unendlichen Schwarz.

"Die BesucherInnen werden Bilder sehen, die sie noch nie von einer Kamera gesehen haben" verspricht Fritz. Die Kugel hat weiters ein Satelittennavigationssystem an Bord, welches über die gesamte Flugzeit von etwa 4 bis 5 Stunden über Funk seine Positionsdaten übermittelt. Nach rund einer Stunde Steigflug wird die Maximalhöhe von 32000 Meter erreicht, die Kugel vom Ballon separiert und mit einem Fallschirm wieder zu Boden gebracht. In dieser Zeit muss das technische Equipment einer Temperatur von etwa - 75 Grad Celsius Stand halten. Da in diesen Höhen der Luftdruck verschwindend klein ist, wird die Kugel die ersten 8000 Meter trotz geöffnetem Fallschirm im freien Fall der Erde entgegen schweben. Die ZuschauerInnen können das ganze Experiment live miterleben, die Daheimgebliebenen auch: die Bilder werden auf www.utv.at ins Internet gestreamt. (Red/reich:weite)

Nähere Informationen unter reichweite.at
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