Noch nicht das Gelbe vom Ei: Apples Musikdienst i-Tunes im Test

25. Juli 2004, 16:41
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Anwender dürfen kostenpflichtige Musikdateien nur eingeschränkt nutzen - Einzeltitel und Alben sind teuer - Nicht jeder kann bei i-Tunes einkaufen

Wer Musiktitel aus dem Internet bezieht, war bislang überwiegend auf das Angebot illegaler Tauschbörsen angewiesen. Mit dem kostenpflichtigen Musikdienst i-Tunes von Computerhersteller Apple steht seit kurzem ein umfassendes Angebot bekannter Künstler zum Download zur Verfügung. Für österreichische User heißt es derzeit allerdings noch "bitte warten", hierzulande wird Apples Musikdienst im Oktober starten. Ein erster Blick über die Grenzen zeigt aber die Vor- und Nachteile des vielgelobten Downloaddienstes.

Teuer

Die Zeitschrift PC-Welt hat den virtuellen Musik-Store näher unter die Lupe genommen und kommt zu dem Ergebnis: Die unter i-Tunes angebotenen Musikstücke sind teuer. So kostet in der Regel ein Einzeltitel 99 Cent, ganze Alben gibt es für 9,99 Euro. Bedenkt man, dass aktuelle Hit-Alben schon ab rund 13 Euro in den Plattengeschäften stehen und bei Download-Musikstücken die Kosten für Tonträger, Hülle und Booklet entfallen, gibt i-Tunes zu wenig dieser Einsparungen an seine Kunden weiter.

Siebenmal brennen

Weiterhin bemängeln die Computer-Experten, dass die Kunden von i- Tunes nicht uneingeschränkt über ihre gekauften Musikstücke verfügen dürfen. Denn aufgrund des von Apple verwendeten Digital Rights Managements (DRM), das Einsatz, Besitz und Verbreitung der Musiktitel regelt, funktioniert das Brennen bestimmter Musikzusammenstellung maximal siebenmal.

MP3-Player

Auch eine direkte Übertragung der Musikdaten auf einen beliebigen MP3-Player ist nicht möglich. Hier hilft ein Tipp: Anwender, die Audiodateien im MPEG-4-Format aus dem i-Tunes-Shop herunterladen, sollten diese zunächst auf eine Audio-CD brennen. Danach können die Musikstücke mit dem kostenlosen Programm Audiograbber 1.83, das es unter audiograbber.de, in MP3-Dateien umgewandelt werden.

i-Tunes

Ebenfalls unfair: Anwender benötigen für die Nutzung des Musikstores das Programm i-Tunes 4.6, eine Mischung aus Media-Player, Musikverwaltung und Einkaufs-Software. Doch das 20 Megabyte große Programm gibt es auf der Internetseite von Apple nur für Apple- Betriebsysteme sowie für Windows 2000 und XP. Nutzer von Linux oder älteren Windows-Versionen bleiben außen vor.(red)

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