Softwarebündelung in Kärnten

13. Juli 2004, 10:29
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Aufbau mit Mitteln aus der ehemaligen Pleitenholding GBI

Der derzeit in Bau befindliche Softwarepark Lakeside Science & Technology in Klagenfurt, der bereits prominente Zusagen von Firmen wie Infineon, Asfinag und Kapsch TrafficCom hat, wird auch aus Mitteln der ehemaligen Pleitenholding GBI finanziert. Jeweils 18 Mio. Euro kommen von Bund, Land und der Stadt Klagenfurt, die das Gelände hinter der Klagenfurter Universität zur Verfügung stellte.

Lakeside Science & Technology

Die GBI, die bis Ende 2001 Beteiligungen wie den steirischen Motorenhersteller ATB oder die Waldviertler Textilgruppe Ergee unter ihren Fittichen hatte, verfügt aus den Firmenverkäufen über geschätzte knapp 40 Millionen Euro. Um die Mittel für den Softwarepark namens Lakeside loseisen zu können, wurde unter dem damaligen FPÖ-Obmann und Infrastrukturminister Mathias Reichhold eine Kapitalherabsetzung durchgeführt. "Ein bisserl ein Geschenk an den Haider war das schon", kommentiert der SPÖ-Abgeordnete und ehemalige GBI-Geschäftsführer Johannes Moser, der die Park-Initiative aber "grundsätzlich begrüßt". Nach seinen Schätzungen müssten nochmals rund 18 Mio. Euro bei der GBI geparkt sein, worüber die SPÖ eine parlamentarische Anfrage vorbereitet.

Forschungspark bei Universität

Das für Österreich neuartige Konzept, einen Forschungspark direkt bei einer Universität anzusiedeln und dafür auch extra Professuren zu finanzieren, wurde von der Wirtschaft positiv aufgenommen: Der Halbleiterhersteller Infineon Technologies wird im Herbst den Unternehmensteil IT Services mit rund 120 Mitarbeitern von München nach Klagefurt übersiedeln. Die Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag will mit Investitionen von 200 Mio. Euro ein Forschungsteam für Verkehrstelematik installieren. Und Kapsch TrafficCom, die in Österreich das Lkw-Mautsystem für den Mautbetreiber Europpass geliefert hat, will ebenfalls Forschung und Entwicklung dort konzentrieren.

700 Arbeitsplätze

Laut Hans Schönegger vom Lakeside Park ist der erste Bauabschnitt ausgelastet; in dieser Phase werden an die 700 Arbeitsplätze entstehen.(DER STANDARD Printausgabe, Samstag/Sonntag, 3. Juli 2004,Johanna Ruzicka)

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