Männer essen fleischiger als Frauen

7. Juli 2004, 19:53
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Bei den unter 40-Jährigen haben Pasta und Pizza im Jahr 2002 erstmals das Fleisch als Nummer überholt - mit Grafik

Wien - Grillen, traditionell betrieben, passt sich ideal in die charakteristische alpenländische Ernährungsweise ein: Nach wie vor ist das panierte Wiener Schnitzel die Lieblingsspeise der Österreicher - vornehmlich der betagteren -, und auch der Schweinsbraten ist nach wie vor äußerst beliebt. Das findet im ungebrochen hohen Fleischverzehr in Österreich (siehe Grafik) seinen Niederschlag.

Dabei ist das Fleischessen vor allem der Männer Lust. Diese, so erläutert man bei der Statistik Österreich (Östat), konsumieren laut aktuellen Verbrauchsdaten um die Hälfte mehr Schweinernes, Kälbernen, Rindernes sowie Geflügel als der weibliche Teil der einheimischen Bevölkerung - und der Trend zu fleischärmerer Kost bei den Frauen halte weiter an.

Pasta und Pizza für die Jungen

Alles in allem habe auf den heimischen Tellern in den vergangenen Jahren jedoch ein "historischer Umschwung" stattgefunden, erläutert die Ernährungswissenschafterin Hanni Rützler: Bei den unter 40-Jährigen haben Pasta und Pizza im Jahr 2002 erstmals das Fleisch als Nummer eins auf der Liste beliebter Speisen überholt.

Nur der hohe Anteil älterer Menschen mit ihren Geschmacksvorlieben, so Rützler, sei dafür verantwortlich, dass sich dieser Trend nicht in der Gesamtstatistik niederschlage. Für die Ernährungsexpertin hat Fleisch nach langen Jahrhunderten erstmals die Rolle der Leitsubstanz in der Esskultur verloren - eine "spannende Entwicklung", da diese den Weg für hohe Fleischqualitäten und Alternativen freimacht. (bri, DER STANDARD Printausgabe 3/4.7.2004)

  • Lust auf Fleisch
    grafik: standard

    Lust auf Fleisch

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