Geschäftsführer von Swarovski Optik legt Funktion zurück

15. Juli 2004, 17:37
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Gerhard Swarovski: Habe nicht alle Gesellschafter des Familienunternehmens von seiner Geschäftsstrategie überzeugen können

Innsbruck/Wattens - Knalleffekt bei Swarovski: Gerhard Swarovski wird seine Funktionen als Geschäftsführer und persönlich haftender Gesellschafter von Swarovski Optik KG zurücklegen. Als Begründung für den überraschenden Rückzug nannte Swarovski, dass er nicht alle Gesellschafter des Familienunternehmens von seiner Geschäftsstrategie überzeugen habe können. Er bleibe aber weiterhin Gesellschafter der weltweit tätigen Swarovski-Unternehmensgruppe, hieß es in einer Aussendung.

"Auf eigenen Wunsch"

Er lege die beiden Ämter "auf eigenen Wunsch" per 6. Juli 2004 zurück. Er erkläre sich aber bereit, das Ende seiner Geschäftsführertätigkeit aufzuschieben, um den anderen Gesellschaftern die Möglichkeit zu geben, einen neuen Geschäftsführer zu bestellen. Gerhard Swarovski ist seit 13 Jahren Geschäftsführer des weltweiten Marktführers bei hochqualitativen fernoptischen Geräten.

Zur Absicherung der "Vorwärtsstrategie" sei vor zwei Jahren ein Business Plan für eine "Market Extension" erstellt worden. Dazu zähle unter anderem die Erschließung neuer Märkte im Kerngeschäft der Geräte für Jagd und Birding sowie Entwicklung einer neuen Linie von Freizeit-Produkten für den Jagd- und Birding-Bereich.

Er sehe "diese strategische Geschäftsausweitung auf Basis des Kerngeschäfts im hochqualitativen Optik-Bereich als Garant für die weitere Aufwärtsentwicklung des Unternehmens an. Allerdings konnten nicht alle Gesellschafter des Familienunternehmens von dieser Strategie überzeugt werden. "Gerhard Swarovski möchte jedoch in der Tradition des 'Swarovski-Geistes' Selbständigkeit und Übernahme von Verantwortung nicht missen", heißt es wörtlich in der Aussendung. Dies betreffe auch klare Kapitalverhältnisse als Basis für klare Entscheidungen. Deshalb habe Gerhard Swarovski den Entschluss gefasst, sich auch dem aktiven Geschäft zurückzuziehen.

Querelen

Seit dem Rückzug von Gernot Langes-Swarovski aus dem operativen Geschäft war es immer wieder zu Querelen um die Führung und Machtverteilung des Konzerns gekommen. Zuletzt wurde dies bei dem öffentlich ausgetragenen Streit um die Zukunft des Schleifmittelherstellers Tyrolit ersichtlich.

Die Tiroler Swarovski Optik mit Sitz in Absam bei Hall erwartet für 2004 einen weiteren Umsatzzuwachs um zwölf Prozent auf etwa 90 Mio. Euro. Die Exportquote in die USA liege bei 45 Prozent. Die Produktion der hochwertigen fernoptischen Geräte findet ausschließlich in Österreich statt. (APA)

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