Katharina Wagners Bayreuth-Ideen

13. Juli 2004, 11:51
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"Teamwork" müsse entstehen - Schlingensief probt indes wieder

Berlin/Bayreuth - Die Tochter des Bayreuther Festspielchefs Wolfgang Wagner, Katharina Wagner, will die Richard-Wagner-Festspiele als mögliche künftige Leiterin umgestalten. "So wie mein Vater kann das niemand mehr machen", sagte sie in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt". In Bayreuth müsse "Teamwork" entstehen. Auch die wirtschaftliche Seite müsse "ganz anders strukturiert werden".

Derzeit sei offen, ob sie als Festspielchefin die Nachfolge ihres Vaters Wolfgang Wagner (84) antreten werde. "Ich stelle mir die Frage bereits, kann sie aber noch nicht beantworten", sagte die 26-Jährige. Wenn ihr Vater aufhöre, werde sich die Gesellschaftsform der Festspiele ändern. Wolfgang Wagner ist alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer der Festspiel-GmbH. "Mein Vater ist noch viele Personen in einer", sagte seine Tochter. "Das wird es so in Bayreuth sicher nicht mehr geben."

"Was geht und was nicht"

Zu den Querelen um den "Parsifal"-Regisseur Christoph Schlingensief meinte Katharina Wagner: "Ich fand Schlingensief eine gute Idee." Natürlich habe ihr Vater mit ihr über die Verpflichtung gesprochen. Jetzt berate sie den Regisseur, "was geht und was nicht".

Schlingensief hatte nach Differenzen mit Wolfgang Wagner die Proben kurzzeitig unterbrochen und sich krank gemeldet, sie am Dienstag aber wieder aufgenommen, bestätigte das Festspielbüro. "Er ist wieder da", sagte ein Sprecher. Die "Parsifal"-Neuinszenierung soll am 25. Juli die Richard-Wagner-Festspiele eröffnen.

Zusicherung künstlerischer Freiheiten

Sowohl der Regisseur als auch Festspielchef Wolfgang Wagner schalteten Anwälte ein, nach dpa-Informationen haben sich beide Seiten über zwei wesentliche bisher strittige Punkte geeinigt. Das bedeutet offensichtlich auch, dass Schlingensief künstlerische Freiheit bei seiner Arbeit zugesichert wurde. Die Festspiele nahmen dazu zunächst keine Stellung. Aus Teilnehmerkreisen der Probenarbeiten hieß es am Dienstag, die Atmosphäre sei "vorerst gut". Auch der Dirigent Pierre Boulez nahm daran teil.

Schlingensief war erst im vergangenen Jahr als "Parsifal"- Regisseur verpflichtet worden, nachdem der Österreicher Martin Kusej wegen Meinungsverschiedenheiten mit Wolfgang Wagner abgesagt hatte. (APA/dpa)

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