FIA-Präsident Max Mosley amtsmüde

21. Juli 2004, 15:40
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Unspektakulärer Rücktritt des 64-jährigen Präsidenten des Internationalen Automobilverbandes

Magny-Cours - Max Mosley, der Präsident des Internationalen Automobilverbandes (FIA), sprach am Freitag in Magny-Cours über die Gründe, die ihn zum überraschenden Rücktritt per Oktober 2004 bewogen haben. Er sei weder krank noch verfolge er andere Ziele, sagte der 64-jährige Engländer; er sei ganz einfach amtsmüde.

Mosley will sich nicht mehr in endlosen Diskussionen mit Problemen herumschlagen, die ihm in den vergangenen Jahren etliche Wortführer aus der Rallye-Szene, aber auch Vertreter gewisser Formel-1-Teams immer wieder bereitet hatten. Mit Rücktrittsgedanken habe er sich vor rund einem Jahr zu befassen begonnen, berichtete Mosley. Schon im Frühjahr sei sein Entschluss praktisch fest gestanden, seither weiter gereift und vor drei Wochen definitiv gefasst worden.

Rücktritt vom Rücktritt ausgeschlossen

"Es ehrt mich, dass nach der Bekanntgabe meines Entscheids mehrere FIA-Exponenten mit der Bitte an mich herantraten, ich möge mir die Sache doch nochmals überlegen", erklärte Mosley. "Es wird jedoch keinen Rücktritt vom Rücktritt geben." Einen Seitenhieb vermochte er sich in diesem Zusammenhang nicht zu verkneifen: "Ich pflege meine Meinung nicht innerhalb weniger Stunden oder Tage zu ändern; ich bin ja kein Formel-1-Teamchef", betonte der FIA-Präsident.

Max Mosley hatte das Verbands-Präsidium 1993 vom Franzosen Jean-Marie Balestre übernommen. Zuletzt wurde er 2001 für vier weitere Jahre bestätigt; seine Amtszeit wäre also erst im übernächsten Oktober abgelaufen. Der um ein Jahr vorgezogene Rücktritt bedeutet, dass die FIA einen Interimspräsidenten wählen muss. Über allfällige Nachfolger mochte Mosley in Frankreich nicht reden. Dem Vernehmen nach könnte Michel Boeri, der Präsident des Automobil-Clubs von Monaco, die Aufgabe übernehmen. (APA/SIZ)

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