Blair besorgt über drastischen Anstieg von Anti-Terror-Kontrollen

4. Juli 2004, 11:07
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Anwendung der neuen Gesetze soll überprüft werden - Zunehmende "Islamphobie"

London - Polizeikontrollen von Bürgern mit einem vermuteten muslimischen Hintergrund sind in Großbritannien nach den Terroranschlägen vom September 2001 dramatisch angestiegen. Nach einer am Freitag veröffentlichten Polizeistatistik wurden im Berichtsjahr 2002/03 nach neuen Anti-Terror-Gesetzen fast 3000 Bürger "asiatischer Abstammung" bei "Stop and Search"-Kontrollen angehalten. Im Vorjahr waren es noch 744 gewesen. Der mehr als 300-prozentige Anstieg der Kontrollen in dieser Bevölkerungsgruppe wurde am Freitag von Premierminister Tony Blair als "inakzeptabel" verurteilt.

Zuvor hatte am Freitag das Innenministerium als oberste Polizeibehörde den Anstieg als "unverhältnismäßig" bezeichnet und eine "Aktionsgruppe" ins Leben gerufen, die die Handhabung der seit 2000 geltenden neuen Anti-Terror-Gesetze durch die Polizei überprüfen soll. Muslimische Gruppen sprachen von einer zunehmenden "Islamphobie" und warnten vor der Gefahr der "Entfremdung" muslimischer Jugendlicher. Der Begriff der "asiatischen Abstammung" schließt nach britischer Lesart den indischen Subkontinent ebenso ein wie andere Regionen mit muslimischen Bevölkerungsanteilen. (APA/dpa)

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