Vorstand Stagl einvernehmlich abgelöst

8. Juli 2004, 15:44
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Einigung nach Gespräch mit Aufsichtsrat - Auflösung des Vorstandsvertrags per 30. Juni - Vorstandschef Ulrich: "Keine Eile für Veräußerung"

Eisenstadt/Wien - Nach viertägiger Debatte wurde heute die Abberufung von Gerold Stagl (44) als Vorstandsdirektor der Bank Burgenland einvernehmlich gemacht. "Ich bin nicht mehr Vorstand der Bank", sagte Stagl Freitagmittag zur APA. In einem Gespräch mit dem gesamten Aufsichtsrat habe er nun Einigung über eine einvernehmliche Auflösung seines Vorstandsvertrags zum 30. Juni erzielt, unter Wahrung der ihm zustehenden arbeitsrechtlichen Ansprüche, sagte er.

"Neue Herausforderungen suchen"

Er wolle jetzt "neue Herausforderungen suchen", meinte Stagl. Wie berichtet hatte der Aufsichtsrat nach einer Sondersitzung Montagabend die Ablöse von Stagl durch den bisherigen Kreditchef der Bank, Gerhard Nyul (44), ab 1. Juli bekannt gegeben. Stagl hingegen pochte in der Folge weiterhin auf seinen "aufrechten" Vorstandsvertrag, stellte einen rechtlich bindenden Beschluss des Aufsichtrates in Abrede. An ein früheres Rücktrittsangebot hatte er sich nicht mehr gebunden gefühlt. Zuletzt verhandelte er die Konditionen um die einvernehmliche Vertragsauflösung. Das wurde heute, Freitag, perfekt gemacht. Auch auf der Homepage der Bank scheint Stagl nicht mehr als Vorstand auf.

"Schwierige Zeit schweißt zusammen"

Ob nach diesem Konflikt ein Nachgeschmack für ihn bleibt? "Bei mir werden Sie kein schlechtes Wort hören über die Bank", sagt Stagl. "Eine schwierige Zeit, wie wir sie seit 2000 hatten, schweißt sehr eng zusammen." Er werde die Entwicklungen um die Bank Burgenland jedenfalls weiter sehr genau verfolgen.

Nach dem vorwöchigen Platzen der Verkaufsverhandlungen mit der Hypo Alpe Adria Bank scheint der Verkauf der landeseigenen Bank wie berichtet wieder auf die lange Bank geschoben. Stagl will sich zu einem möglichen weiteren Procedere nicht mehr äußern. Das sei Sache der Eigentümer der Bank. Er geht aber davon aus, dass mit weiterem Vorantreiben der Sanierung eine entsprechende "Wertsteigerung" verbunden sein wird.

"Keine Eile für Veräußerung"

Seitens des Betriebsrats der Bank Burgenland wird nach dem jüngsten Verkaufsverhandlungsabbruch mit den Kärntnern die weitere Eigenständigkeit der Bank als positiv hervorgehoben. Bank-Vorstandschef Wolfgang Ulrich sieht sich in seiner Meinung bestätigt, dass es keine Eile für eine Veräußerung gebe. Besser wäre es, die vollständige Sanierung abzuwarten und dann erst an neue Eigentümer abzugeben. (APA)

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