Himalaya-Bergriese Nanga Parbat

6. Juli 2004, 10:51
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Seit dem 19. Jahrhundert "Schicksalsberg" der Extrembergsteiger

Wien/Salzburg - Der Nanga Parbat ("Nackter Berg", 8.125 Meter) gilt für deutschsprachige Alpinisten seit seiner Entdeckung durch die Münchner Brüder Schlagintweit 1854 als "Schicksalsberg" und führt gemeinsam mit dem K2 (8.611 Meter) die "Todesstatistik" an.

Viele Todesopfer

Kaum ein anderer Berg ist so gefährlich und fordert so viele Todesopfer wie der pakistanische Bergriese im westlichen Teil des Himalaya. Ein Gipfelsieg hier bedeutet in Fachkreisen wesentlich mehr Prestige als ein Erfolg am höchsten Berg der Erde, dem Mount Everest (8.850 Meter), der alpintechnisch als verhältnismäßig einfach gilt.

Erfolglose Besteigungungsversuche

Schon in der ersten Blütezeit des Alpinismus, in der Zwischenkriegszeit, versuchten sich mehrere vor allem deutsche Expeditionen an diesem Berg, immer erfolglos. Das NS-Regime erklärte einen Gipfelsieg am Nanga Parbat in den dreißiger Jahren gar zur Frage der nationalen Ehre, doch alle vier Expeditionen zwischen 1934 und 1938 endeten in einem Desaster; einmal hatte man sogar 16 Tote zu beklagen.

1953 gelang dem Tiroler Hermann Buhl der Gipfelsieg

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, 1953, gelang dem Tiroler Bergsteiger Hermann Buhl der Gipfelsieg - im Alleingang und gegen den erklärten Willen des ebenso bekannten wie umstrittenen deutschen Expeditionsleiters Karl-Maria Herligkoffer. Dieser duldete keine Einzelleistung, sondern hatte stets den Erfolg eines Teams im Sinn.

Messner Bruder starb bei fataler Expedition von 1970

Herligkoffer leitete auch jene fatale Expedition von 1970, bei der Günther Messner, der jüngere Bruder des mittlerweile legendären Südtiroler Extrembergsteigers Reinhold Messner, ums Leben kam. Die Umstände seines Bergtodes sind auch nach 34 Jahren noch nicht völlig geklärt und Gegenstand zahlreicher Bücher und sogar mehrerer Gerichtsverfahren zwischen Reinhold Messner und einigen seiner damaligen Expeditionskameraden.

1978 Messners Gipfelsieg im Alleingang

1978 gelang schließlich Messner ein Gipfelsieg im kompletten Alleingang - nur wenige Wochen nach seinem historischen Gipfelsieg am Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff, gemeinsam mit dem Tiroler Peter Habeler. Buhl hatte hingegen bis zum letzten Hochlager noch die Unterstützung anderer Bergsteiger erhalten. Messners Alleingang am Nanga Parbat gilt bis heute als eine der Glanzleistungen im Alpinismus. (APA)

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