Stromkennzeichnung bundesweit einheitlich geregelt

7. Juli 2004, 09:22
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Kritik von Umweltorganisationen: Atomstrom kann weiterhin verheimlicht werden

Wien - Die Stromkennzeichnung ist in Österreich nun bundesweit einheitlich geregelt. Mit 1. Juli 2004 ist die entsprechende gesetzliche Verpflichtung in Kraft getreten, teilte die Regulierungsbehörde E-Control mit. Kritik kommt von Umweltorganisationen.

Energieträger sind auszuweisen

Stromhändler und sonstige Lieferanten, die in Österreich Endverbraucher beliefern, sind verpflichtet, auf ihrer Stromrechnung (Jahresabrechnung) für Endverbraucher den Anteil an verschiedenen Primärenergieträgern, auf Basis derer die von ihnen gelieferte elektrische Energie erzeugt wurde, auszuweisen. Bisher gab es in Österreich neun verschiedene Stromkennzeichnungssysteme, was eine österreichweite Vergleichbarkeit sehr schwierig machte. Für die Überwachung der Richtigkeit der Angaben der Lieferanten in Bezug auf die Stromkennzeichnung ist ab jetzt die E-Control verantwortlich.

Kritik kommt von Umweltorganisationen

"Dank der E-Control wird es den Stromfirmen auch zukünftig möglich sein, ihren Atomstrom vor ihren Kunden zu verheimlichen", kritisiert Heinz Högelsberger, Energiereferent von Global 2000. Die Stromkennzeichnungsrichtlinie könne als Verschleierungsinstrument für Atomstrom missbraucht werden, befürchtet auch Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer. Die großen Hoffnungen für Greenpeace, dass eine strenge Stromkennzeichnung ab 1. Juli in Kraft tritt, hätten sich nicht erfüllt.(APA)

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