Festival-Neustart in Aix-en-Provence

6. Juli 2004, 21:33
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Im Vorjahr streikbedingt abgesagt, wird heuer Optimismus groß geschrieben

Paris - Das vom designierten Musikdirektor der Wiener Festwochen, Stephane Lissner, geleitete Festival von Aix-en-Provence öffnet am Montag zum 56. Mal seine Tore, nachdem es im Vorjahr auf Grund der Protestbewegung der Kulturarbeiter abgesagt werden musste. Den Auftakt bildet heuer die Neuinszenierung des Franzosen Philippe Calvario von Prokofievs "L'Amour des trois oranges" in der russischen Originalversion, die vom 5. bis zum 13. Juli zu sehen ist. Es spielt das Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung des Russen Tugan Sokhiev.

Zum heurigen Festival äußerte sich die Festspieldirektion "ziemlich optimistisch", insbesondere angesichts des Umstandes, dass es 700 feste Mitarbeiter und 220 Zeitarbeiter im Kulturbereich beschäftigt. Für einen störungsfreien Ablauf des Festivals sprechen auch die jüngsten Zugeständnisse der Regierung, insbesondere die Errichtung eines Sonderfonds zur Finanzierung der Arbeitslosengelder der Kulturarbeiter.

Vorverkauf

Von den 40.000 Plätzen, die die Festspiele von Aix insgesamt anbieten, waren Mitte Juni bereits 77 Prozent verkauft. Dies ist etwas weniger als in den vorangegangenen Jahren, als der Durchschnitt zwischen 80 und 85 Prozent lag. Nach den Absagen vom Vorjahr haben sich laut Festspielleitung vor allem die Ausländer vorsichtig bei den Reservierungen gezeigt.

Zu den weiteren Themenschwerpunkten zählt eine Inszenierung Luc Bondys, die Festwochen-Koproduktion von Händels "Hercules" (6. bis 21. Juli). Am 7. Juli wird erstmals die "Traviata" in einer Inszenierung von Peter Mussbach gezeigt (neun Aufführungen bis zum 30. Juli). Es spielt das Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung des Briten Daniel Harding. Diese Inszenierung wurde gleich wie die "Entführung aus dem Serail" von Mozart unter der musikalischen Leitung von Marc Minkowski aus dem Vorjahresprogramm übernommen. Regie führt hier Jerome Deschamps.

Oper

Als Uraufführung ist die Oper "Hanjo" zu sehen, die bei dem 49-jährigen Japaner Toshio Hosokawa in Auftrag gegeben wurde. Es dirigiert der musikalische Leiter des Orchestre de la Monnaie von Brüssel, Kazushi Ono. Regie führt die Belgierin Anne-Teresa de Keersmaeker. Die Aufführungen stehen vom 8. bis zum 25. Juli im Theatre du jeu de paume auf dem Programm.

Die fünf Opern des diesjährigen Festivalprogramm zusammenstellen, sind insgesamt in 38 Vorführungen zu sehen. Die siebte Ausgabe der "Europäischen Musikakademie", die bereits im Juni in Aix begonnen hat, wird im Juli mit Gesang, Kammermusik und Konzerten fortgesetzt. An der Initiative beteiligen sich 127 Sänger aus aller Welt.(APA)

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