Uni Wien forscht an neuen Methoden gegen Spam

13. Juli 2004, 10:51
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Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam gegen unerwünschte E-Mail Werbung

Unter der Leitung des Dekans der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Informatik Prof. Günter Haring, beginnt ein Forschungsprojekt zur Abwehr von SPAM E-Mails. Das Forschungsprojekt wird in einer Kooperation von mobilkom austria, UPC Telekabel und ISPA (Internet Service Providers Austria) gemeinsam finanziert. Wilfried Gansterer, Assistent am Institut für Informatik und Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien, ist seitens der Universität für dieses Projekt verantwortlich. Ergebnisse werden im Frühjahr 2005 erwartet.

SPAM-Flut

SPAM, das ist unerwünschte E-Mail, die oft von erfundenen Absendern stammt und unerlaubte Werbung für dubiose Produkte macht, ist eine drastisch zunehmende Belastung im Internet. Mehr als 50 Prozent des internationalen E-Mail-Verkehrs besteht aus SPAM und dieser verbraucht immer mehr Ressourcen der Internet Service Provider. Viele Internet Benutzer klagen darüber, dass sie überwiegend nur noch SPAM in ihre Mailbox erhalten. SPAM Filter helfen zwar, das Ausmaß an SPAM für den Benutzer zu reduzieren, sie können aber die SPAM-Flut auf Dauer nicht eindämmen.

Das Übel an der Wurzel packen

"Wir wollen nicht, dass mobile Internet-Dienste durch SPAM beeinträchtigt werden", meint Boris Nemsic, Generaldirektor von mobilkom austria, "deshalb wollen wir das Übel so gut es geht an der Wurzel packen, um das Angebot an SPAM Filtern für unsere Kunden im A1.net in Zukunft noch zu verbessern."

Thomas Hintze, Vorsitzender der Geschäftsführung von UPC Telekabel, erklärt: " Wir bieten unseren chello Breitband Internet Kunden bereits heute Virenschutz und SPAM Filter an, doch wir wissen, dass SPAM zunehmen wird, deshalb sind wir an einer Erforschung von Möglichkeiten für die Abwehr dieser Plage höchst interessiert".

Code of Conduct gegen SPAM

Auch Peter Rastl, Leiter des Rechenzentrums der Universität Wien und Leiter der Arbeitsgruppe SPAM in der ISPA, kennt das SPAM Problem sehr genau. "Wir haben innerhalb der ISPA einen in Europa einzigartigen Code of Conduct gegen SPAM als Empfehlung für unsere ISPs ausgearbeitet. Mit diesem Forschungsprojekt erhoffen wir uns ebenso, technisch neue Ansätze gegen SPAM zu finden."

Klare rechtliche Grundlagen

Um eine effektive SPAM-Bekämpfung zu ermöglichen, ist es nötig dafür klare rechtliche Grundlagen zu schaffen. Die ISPA fordert daher den Verkehrsminister erneut auf, den Anti-SPAM-Paragraphen, der im TKG 2003 leider gelockert wurde, wieder zu verschärfen.(red)

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