Bartenstein sieht "positives Zeichen"

18. Juli 2004, 18:36
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Tumpel: Erhöhte Wachstumsprognose "kein Grund für eine Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt" - Bartenstein: Export "einer der stärksten Wachstumsmotoren"

Wien - Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) sieht in der heutigen Konjunkturprognose von Wifo und IHS ein "positives Zeichen am Konjunkturhimmel". Demnach sei eine Konjunkturerholung "als gesichert anzusehen", "erfreulich" sei auch, dass die Exporte deutlich nach oben revidiert werden. Für den Arbeiterkammer-Präsidenten Herbert Tumpel ist die nach oben revidierte Wachstumsprognose hingegen "kein Grund für eine Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt".

"Die heimische Wirtschaft zeigt damit einmal mehr ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten", so Bartenstein. Der Export sei aktuell "einer unserer stärksten Wachstumsmotoren", deshalb hätten Regierung und Wirtschaftskammer auch die 50 Mio. Euro schwere mit "go international" bezeichnete Internationalisierungsoffensive ins Leben gerufen.

Erfreulich für Arbeitsmarkt

Am Arbeitsmarkt sei "nur durch konstantes und nachhaltiges Wachstum eine wirkliche Trendumkehr" zu schaffen, meint Bartenstein. Daher sei "besonders erfreulich", dass sich laut Wifo durch bessere Wirtschaftsdaten auch am Arbeitsmarkt für die nächsten beiden Jahre eine positivere Entwicklung zeige. Die Regierung setze mit der Steuerreform 2004 und 2005 "nachhaltige Impulse" für mehr Wachstum, mehr Beschäftigung und höhere Realeinkommen.

Tumpel: Keine Entwarnung

Für AK-Präsident Tumpel ist die nach oben revidierte Wachstumsprognose "kein Grund für eine Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt". Das für 2005 prognostizierte Wachstumsplus von 2,5 Prozent sei "für eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zu wenig." Die Arbeitslosigkeit sei in Österreich seit 1999 gestiegen, während sie in der EU-15 im gleichen Zeitraum gesunken sei.

"Österreich hat auf dem Arbeitsmarkt nicht einmal mit der ohnehin nur schwachen gesamteuropäischen Entwicklung mithalten können", so Tumpel. Das prognostizierte nur durchschnittliche Wachstum des privaten Konsums sei eine "Bestätigung dafür, dass die Steuerreform der Regierung in die völlig falsche Richtung geht". Bei den Exporten liege Österreich gut, beim privaten Konsum brauche es aber "stärkere Impulse". Diese Chance habe die Regierung mit ihrer KöSt-Senkungs-Steuerreform vertan.(APA)

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