Sonderparteitag in Linz: FPÖ-Weichenstellung mit Entgleisungsgefahr

2. Juli 2004, 17:07
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Haubner soll drei Stellvertreter bekommen - Namen noch unbekannt - Stillschweigen nach Treffen Haubner-Stadler

Innsbruck - In der FPÖ sollen heute die letzten personellen Weichen gestellt werden. Vorstand und Bundesparteileitung legen die Stellvertreter der designierten Obfrau Ursula Haubner fest und regeln die Nachfolge der scheidenden Generalsekretärin Magd Bleckmann. Bis Donnerstag Abend war noch völlig unklar, wer sich hier im parteiinternen Ringen durchsetzen wird.

Eine Kandidatur als Parteivize strebt jedenfalls der weit rechts stehende Volksanwalt Ewald Stadler an. Haubner machte aber bereits Donnerstag Abend nach einem Treffen mit den Landesparteiobleuten klar, dass sie Stadler nicht vorschlagen wird. Statt ihm könnte der Wiener Landeschef Heinz-Christian Strache zum Zug kommen.

Schweigen nach Treffen Haubner-Stadler

Freitagmittag hat es dem Vernehmen nach ein Vier-Augen-Gespräch Haubners mit Stadler gegeben, über dessen Ergebnis aber vorerst Stillschweigen gewahrt wird. Ob Stadler nun seine Ankündigung wahr machen und beim FP-Parteitag am Samstag gegen den Willen der Parteiführung als Haubner-Stellvertreter kandidieren wird, ist damit also neuerlich unklar. Am Donnerstagabend hatte er daran jedenfalls keinen Zweifel gelassen und betont, er wolle "selbstverständlich" antreten.

Im Generalsekretariat ist der Kärntner Abgeordnete Uwe Scheuch Wunschkandidat. Allerdings ist hier noch ein zweiter Generalsekretär vorgesehen, der für die innere Kommunikation zuständig sein soll. Keine Chancen dürfte mehr der ehemalige Pressesprechers von Jörg Haider, Karl-Heinz Petritz, haben.

Beginn des Vorstands in Linz ist um 16 Uhr, die Parteileitung ist für 19 Uhr angesetzt. Am Samstag erfolgt dann die offizielle Wahl Haubners und ihrer Stellvertreter beim Parteitag ebenfalls in der oberösterreichischen Landeshauptstadt.

Tilg: Drei Stellvertreter, ein Generalsekretär

Nach Angaben des Tiroler FP-Obmanns Willi Tilg werden der designierten Parteiobfrau Ursula Haubner beim Parteitag in Linz drei Stellvertreter zur Seite gestellt werden. Außerdem sei ein einziger Generalsekretär als Nachfolger von Magda Bleckmann vorgesehen, sagte Tilg am Freitag. Namen wollte er aber nicht nennen. Mit dem Ergebnis der Sitzung der FP-Spitze am Donnerstagabend ist Tilg jedenfalls "sehr zufrieden". Er erwartet sich nun mehr Stabilität und innerparteiliche Ruhe.

Keine näheren Informationen zum Personalpaket waren von Vorarlbergs FP-Obmann Dieter Egger zu bekommen. Haubner werde das Gesamtpaket bekannt geben und die Landesparteiobleute stünden voll hinter ihr, versicherte Egger der APA. Auf die Frage, was Stadler bekommen werde, meinte er knapp: "Nichts, hoffe ich, außer blaue Augen."

Nicht mehr in der Stellvertreter-Riege vertreten sein dürfte der Nationalratsabgeordnete Max Walch. Er betonte, dass er als Chef der freiheitlichen Arbeitnehmer ohnehin im Führungskreis der FPÖ vertreten sei. Deshalb habe er der designierten FP-Obfrau Ursula Haubner gesagt, dass er nicht mehr unbedingt als Stellvertreter kandidieren müsse. (APA)

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    Die Geschwister-Spitze der FPÖ vor der entscheidenden Weichenstellung von Linz

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