Viele Amputationen bei arterieller Verschlusskrankheit sind vermeidbar

7. Juli 2004, 11:32
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Neue Operationsmethoden, interdisziplinäre Behandlungsstrategie und spezielle Kathetertechnik gilt als Erfolgskombination

Hamburg - Mit verbesserter Diagnose und Therapie lassen sich etwa fünfzig Prozent aller Amputationen bei arterieller Verschlusskrankheit vermeiden. Neue Operationsmethoden, eine interdisziplinäre Behandlungsstrategie und spezielle Kathetertechnik haben im Gefäßzentrum Hamburg-Harburg die Amputationsrate mehr als halbiert, wie der Leitende Arzt Eike Sebastian Debus berichtet.

Rund 3,5 Millionen vorwiegend ältere Menschen, darunter viele Raucher, leiden in Deutschland an der so genannten Schaufensterkrankheit. Dabei ist wegen verkalkter Gefäße die Durchblutung gestört, so dass das Gehen schmerzt und die Betroffenen nicht nur vor Schaufenstern stehen bleiben. Im nächsten Stadium der Verschlusskrankheit treten nächtlicher Ruheschmerz auf und chronische Wunden, die durch Minderdurchblutung verursacht werden.

"Ist ein derartiges Stadium der Durchblutungsstörung erreicht, besteht eine unmittelbare Gefahr für den Erhalt des betroffenen Beines", sagte Debus. Ohne zügige Behandlung sei dann eine Amputation unvermeidbar. Laut Statistischem Bundesamt führen Durchblutungsstörungen in Deutschland jährlich zu 30.000 Amputationen. Die Lebenserwartung der betroffenen Patienten ist um durchschnittlich zehn Jahre verkürzt. (Apa)

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