Softwareriese kämpft um Paris

13. Juli 2004, 10:57
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Mit massiven Preisnachlässen soll die französische Hauptstadt vom Umstieg auf Open Source-Produkte abgehalten werden

Nach dem prestigeträchtigen Umstieg der bayrischen Landeshauptstadt München auf Open Source Software (der WebStandard berichtete) will Microsoft ähnliche Szenarien in anderen Großstädten nun offenbar mit allen Mitteln verhindern. Laut der französischen Tageszeitung Libération hat der Softwareriese der Stadtverwaltung von Paris einen Preisnachlass in der Höhe von 60 Prozent angeboten.

Ausverkauf

Bei den 15.000 PCs um deren Neuausstattung es sich handelt würde diese eine Reduktion der Lizenzkosten von 13,27 auf 5,65 Millionen Euro bedeuten. Ob die Stadtregierung auf das Angebot eingehen wird, bleibt vorerst allerdings fraglich, man werde diese Entscheidung in Ruhe treffen, heißt es.

Austausch

Die Computer-Infrastruktur der Pariser-Verwaltung soll in den nächsten drei Jahren erneuert werden, insgesamt handelt es sich dabei um Ausgaben in der veranschlagten Höhe von 160 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Studie in Auftrag gegeben, die die Machbarkeit eines Umstiegs auf Open Source-Produkte feststellen soll. Die Nervosität von Microsoft verstärkt haben dürfte wohl auch, dass diese Studie mit Unilog von der selben Firma durchgeführt wird, die bereits die Münchner Stadtverwaltung in Migrationsfragen beraten hat.

Noch billiger?

Das 60-Prozent-Abschlags-Angebot soll aber laut Libération bereits aus dem Januar, also noch bevor besagte Studie in Auftrag gegeben wurde, datieren, gerüchteweise habe der Softwarehersteller mittlerweile nochmal nachgebessert und sogar Nachlässe in der Höhe von 80 Prozent angeboten. In der Pariser Stadtregierung möchte man sich zu diesen Zahlen momentan aber nicht äußern. (red)

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    montage: redaktion
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