EM.TV fordert Schadenersatz von Haffa-Brüdern

9. Juli 2004, 23:34
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Sieben Ex-Unternehmensleiter sollen 130 Millionen Euro zahlen

Der deutsche Film- und Sportrechtehändler

EM.TV fordert von den Brüdern Thomas und Florian Haffa sowie von fünf

weiteren Ex-Mitgliedern der Unternehmensleitung rund 130 Mio. Euro

Schadenersatz. Die Ansprüche sollten zunächst außergerichtlich,

notfalls aber auch vor Gericht geltend gemacht werden, teilte das

Unternehmen am Donnerstagabend in München mit. Beruhen würden die

Forderungen "auf Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Erwerb der

Formel-1-Beteiligung im Jahr 2000", hieß es.

Sollte das Unternehmen mit seinen neuen Forderungen Erfolg haben,

müsste es nach eigenen Angaben allerdings bis zu 50 Mio. Euro davon

an die Deutsche Morgan-Grenfell-Gruppe abführen, mit der es im März

vergangenen Jahres im Rahmen einer Schadenersatzforderung an EM.TV

einen Vergleich geschlossen hatte.

Kursbetrug

Außer den damals dem Vorstand angehörenden Haffa-Brüdern richten

sich die Forderungen demnach an zwei weitere Ex-Vorstände, Ulrich

Goebel und Hans-Peter Vriens, sowie gegen die ehemaligen

Aufsichtsratsmitglieder Nickolaus Becker, Axel Kollar und Mathias

Schwarz. Mögliche weitere Schadenersatzansprüche würden derzeit

geprüft, teilte EM.TV weiter mit.

Thomas Haffa und sein Bruder Florian hatten die EM.TV-Aktie in den

Jahren des Börsenbooms am Neuen Markt zu einem extremen Höhenflug

gebracht, bevor durch den Absturz des Papiers im Jahr 2000 auch

zahlreiche Kleinanleger ihre Ersparnisse verloren. Wegen Kursbetrugs

und der falschen Darstellung ihrer Firma in einer Ad-hoc-Mitteilung

an die Börse hatte das Landgericht München die Brüder im April 2003

zu einer Geldstrafe in Millionenhöhe verurteilt. (APA/AFP)

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