Störung des Eiweißstoffwechsels mindert Fruchtbarkeit

2. Juli 2004, 20:06
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Ergebnisse einer Tierstudie zeigen, dass zu eiweißreiche Ernähung Embryonen-Entwicklung hemmt sowie Fehlgeburtsrisiko erhöht

Berlin - Eine eiweißreiche Diät kann möglicherweise die Fruchtbarkeit von Frauen beeinträchtigen. Anhaltspunkte dafür haben jetzt erstmals Forscher des US-Zentrums für Reproduktionsmedizin entdeckt. Wie Studienleiter David Gardner auf einer Fachtagung in Berlin berichtete, basieren die Erkenntnisse zwar nur auf einem Tierversuch. Ähnliche Mechanismen und Wirkungen könnten aber auch beim Menschen auftreten. Die bekannteste eiweißreiche Abnehmkur ist die Atkins-Diät, bei der Kohlenhydrate weitgehend gemieden und dafür bevorzugt Proteine und Fett konsumiert werden.

Embryonen-Entwicklung von Ernährung der Mutter abhängig

Die Wissenschafter hatten über vier Wochen hinweg Mäusen Futter verabreicht, das zu 25 Prozent aus Eiweiß bestand. Eine weitere Gruppe erhielt dagegen den normalen Anteil von 14 Prozent Protein in der Nahrung. Danach durften sich die Nagetiere paaren. Die so entstandenen 174 Mausembryonen wurden anschließend kontinuierlich beobachtet. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Embryonen von Müttern aus der Diät-Gruppe schlechter entwickelten als jene aus der Vergleichsgruppe. Zugleich stieg das Fehlgeburtsrisiko bei den Mäusen mit der eiweißreichen Nahrung deutlich an.

Störung des Eiweißstoffwechsels

Die Forscher gehen davon aus, dass die proteinhaltige Diät zu einer Störung des Eiweißstoffwechsels führt. Die vermehrte Eiweißaufnahme führe im Körper zu einer größeren Belastung mit dem Abbauprodukt Ammonium. Diese Substanz könne aber die Aktivierung wichtiger Entwicklungsgene beim Embryo beeinträchtigen. Fehlbildungen seien eine mögliche Folge. So waren bei den Mausembryos mit der proteinhaltigen Ernährung nur 36 Prozent der Entwicklungsgene aktiviert im Vergleich zu 70 Prozent bei den normal ernährten Mäusen. (Apa)

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