Heinsch-Hosek löst Prammer ab

22. Juli 2004, 10:41
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Nationalratsabgeordnete wird neue SPÖ-Frauensprecherin - Kritik an "schweigender" Frauenministerin

Wien - Eine organisatorische Änderung gibt es bei den SPÖ- Frauen: Die zur Zweiten Parlaments-Präsidentin aufgestiegene Barbara Prammer wird als SPÖ-Frauensprecherin im Hohen Haus von der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek abgelöst. Das gaben die beiden am Freitag bei einer Pressekonferenz offiziell bekannt. Heinisch- Hosek übte dabei gleich scharfe Kritik an der Frauenpolitik der Regierung.

Überparteiliche Präsidentin

Als Parlaments-Präsidentin sei sie zur Überparteilichkeit verpflichtet und könne sich im Plenum bei frauenpolitischen Themen nicht zu Wort melden, begründete Prammer diesen Schritt. Sehr wohl bleiben will sie aber Bundesfrauenvorsitzende der SPÖ.

Frauenthemen prominenter machen

Im Parlament wolle sie sich für alle Frauen einsetzen, kündigte Prammer an. Nächste Woche lädt sie die Frauensprecherinnen der vier Parlamentsparteien ein, um deren Anliegen zu hören. Konkret vorstellen kann sie sich etwa, frauenpolitische Themen prominenter auf der Tagesordnung zu platzieren und Veranstaltungen von Fraueneinrichtungen im Parlament abzuhalten.

Heinisch-Hosek griff die Koalitionsparteien an: "Die Regierung tut uns Frauen weh", stellte sie fest. Die Frauen würden "zurückgedrängt". Konkret kritisierte sich mangelnde Initiativen bei der Arbeitsmarktpolitik und die Pensionsreform 2003. Wenn die "Grauslichkeiten" dieser Reform, die vor allem Frauen betreffen würden, im Rahmen der angekündigten Pensionsharmonisierung nicht zurückgenommen würden, werde es sicher keine Zustimmung der SPÖ geben, sagte Heinisch-Hosek.

Kritik an Frauenministerin

Empört zeigte sie sich auch über den Ausspruch "Boxenluder" des Kärntner Landeshauptmannes Haider zur neuen FP-Justizministerin Miklautsch. Von der Frauenministerin Rauch-Kallat habe es dazu nicht einmal eine Reaktion gegeben, kritisierte Heinisch-Hosek. (APA)

  • Gabriele Heinisch-Hosek
    foto: standard/matthias cremer
    Gabriele Heinisch-Hosek
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