Verizon kauft Mobilfunknetz von Qwest für 418 Millionen Dollar

9. Juli 2004, 10:59
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Analysten sprechen von "Schnäppchen" - Wert auf das Doppelte des Kaufpreises geschätzt

Der größte US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless kauft für 418 Millionen Dollar (344 Millionen Euro) das Mobilfunknetz des kleineren Konkurrenten Qwest Communications International. Damit verstärke Verizon sein Netz in 14 US-Bundesstaaten, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit. Der Kaufpreis wird den Angaben zufolge in bar bezahlt.

Abschluss

Das Geschäft solle im vierten Quartal dieses Jahres oder Anfang kommenden Jahres abgeschlossen werden, hieß es weiter. Verizon Wireless ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Verizon Communications und der britischen Vodafone.

Fast geschenkt

Analysten zufolge stellt das Qwest-Netz bei diesem Kaufpreis ein regelrechtes Schnäppchen dar, hilft der hochverschuldeten Qwest jedoch beim Abbau ihrer Schulden. "Das sieht mir danach aus, als ob es einen Abschlag von 50 Prozent auf den Marktwert gegeben hätte - mindestens", sagte Patrick Comack von Guzman & Co. Die Mobilfunksparte sei mindestens 850 Mio. Dollar wert. Der US-Mobilfunkmarkt ist wegen seiner noch vergleichsweise geringen Handy-Verbreitung wachstumsstark, aber hart umkämpft.

Ausstieg

Die in Denver ansässige Qwest hat seit mehr als einem Jahr nach einem Käufer gesucht und will sich damit ganz als Betreiber eines Mobilfunknetzes verabschieden. Das Unternehmen ist die viertgrößte regionale US-Telefongesellschaft und gehört zu den so genannten Baby Bells, die durch die Abspaltung vom Telekom-Reisen AT&T entstanden waren. Es ist in 14 Bundesstaaten von Minnesota bis Washington tätig.

Schulde

Ende März wies Qwest einen Schuldenstand von 25,7 Mrd. Dollar aus. Wie die anderen Baby Bells muss sich der Konzern nicht nur verstärkter Konkurrenz erwehren. Zudem jagen ihnen auch Kabel-TV-Firmen Internet-Kunden ab und versuchen zugleich in das regionale Telefongeschäft einzudringen. (APA/Reuters)

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