Mittagspause auf Probe

8. Juli 2004, 17:02
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Plenarsitzungen werden künftig von 13.00 bis 13.30 Uhr fürs Mittag­essen unterbrochen - Anwesenheitsquote soll erhöht werden

Wien - Die Abgeordneten im Nationalrat werden künftig bei Plenarsitzungen Mittagspause machen - zunächst einmal probeweise im September und Oktober. Von 13.00 bis 13.30 Uhr sollen die Beratungen unterbrochen werden, wurde gestern, Mittwoch, in der Präsidialkonferenz beschlossen.

So soll auch, hofft man offenbar, die Anwesenheitsquote erhöht werden. Es kommt natürlich im Fernsehen besser, wenn die Sesselreihen nicht allzu leer sind. Der ORF ist - wie kann es anders sein - auch der Auslöser dieser Neuerung. Weil die Liveübertragungen für die Mittags-"Zeit in Bild" unterbrochen werden, wurden auch Sitzungen wiederholt von 13.00 bis 13.15 Uhr sistiert.

Den neuen Gegebenheiten muss nun gleich die Tagesordnung angepasst werden. Man will ja nicht, dass mitten in einer Debatte zu Tisch gebeten wird. Die Klubdirektoren wurden daher angehalten, die Tagesordnungen so vorzubereiten, dass ein Beratungsblock auch um circa 13.00 Uhr enden kann.

Ansturm auf die Milchbar?

Der "Milchbar" - dem Restaurant im Parlament - könnte es freilich Probleme bereiten, wenn alle 183 Abgeordneten gleichzeitig zum Essen kommen. Die Tagesordnung will man anpassen, damit nicht mitten in einer Debatte unterbrochen wird: Die Klubdirektoren wurden in der Präsidialkonferenz gebeten, die Tagesordnungen so vorzubereiten, dass ein Beratungsblock um ca. 13.00 Uhr endet.

Ob das alles funktioniert, will man sich im September und Oktober anschauen - und dann die endgültige Entscheidung treffen, ob die Abgeordneten künftig Mittagspause machen. (APA)

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    Schüssel beißt während einer Nationalrats-Sitzung in einen Apfel. Künftig erhält er eine halbe Stunde Mittagspause zum Essen.

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