Deutschland: Zivildienst wird auf neun Monate verkürzt

2. Juli 2004, 21:35
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SPD-Staatssekretärin Riemann-Hanewinckel: Kein Grund für Schlechterstellung gegenüber Soldaten

Berlin - Der Zivildienst dauert in Deutschland künftig nur noch so lang wie der Wehrdienst. Der deutsche Bundestag beschloss am Donnerstagabend mit den Stimmen von SPD und Grünen, den Zivildienst von zehn auf neun Monate zu verkürzen. Die Parlamentarische Staatssekretärin im deutschen Familienministerium, Christel Riemann-Hanewinckel (SPD), sagte, es gebe keinen Grund mehr dafür, dass der Zivildienst länger dauere als der Wehrdienst. Der CDU-Verteidigungspolitiker Ernst-Reinhard Beck betonte hingegen, Zivildienstleistende seien einem weniger strengen Dienstverhältnis und einer geringeren Belastung unterworfen.

Altersgrenze für Rekrutierung gesenkt

Mit der Angleichung von Wehr- und Zivildienst wurden gleichzeitig verschiedene andere Neuregelungen beschlossen. So sinkt die Altersgrenze, bis zu der junge Menschen zum Wehr- und Zivildienst herangezogen werden, von 25 auf 23 Jahre. Darüber hinaus wird die so genannte Dritte-Söhne-Regel zur Drei-Geschwister-Regel: Künftig kann man sich von der Dienstpflicht befreien lassen, wenn - unabhängig vom Geschlecht - mindestens zwei Geschwister ein ziviles oder militärisches Dienstjahr geleistet haben. Bisher galt das nur bei Brüdern. (APA/dpa)

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