Weiblich, blind, ohne Job

2. Juli 2004, 21:19
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Studie zur Berufssituation blinder Frauen - 28 Wienerinnen wurden befragt

Wien - Wenn bereits sehende Frauen im Berufsleben immer wieder Benachteiligungen erfahren, wie geht es dann jenen mit Sehbehinderungen oder blinden Frauen? Diese Fragestellung lag der "Perspektiva"-Studie, durchgeführt vom Sofia-Institut, zugrunde.

Extraqualifikationen werden nicht wahrgenommen

28 Wienerinnen wurden befragt. Die Ergebnisse zeigten, dass blinde und hochgradig sehbehinderte Frauen mehr leisten müssen als andere, um überhaupt einen Job zu bekommen. Das Kompensieren der Sehbehinderung durch Extraqualifikationen wird aber in der Berufswelt nicht adäquat wahrgenommen.

Furcht der Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber befürchten nämlich, wegen des erhöhten Kündigungsschutzes ungeeignete Angestellte nicht mehr "loszuwerden". In diesem Punkt sehen die Studienautorinnen großen Aufklärungsbedarf über die tatsächlichen Kündigungsbedingungen. Denn Tatsache ist auch: Blinde Männer sind beruflich besser integriert als blinde Frauen.

Neben den Fakten liefern die Studienautorinnen Kerstin Witt-Löw und Marion Breiter auch Empfehlungen, wie die Lebens- und Berufssituation der betroffenen Frauen verbessert werden kann. Die Vorschläge umfassen die Forderung barrierefreier Zugängen ebenso wie technische, finanzielle und psychosoziale Unterstützung. Ein wichtiges Anliegen ist etwa der Anspruch auf volle Förderung eines Blindenhundes, um Frauen vor sexuellen Übergriffen zu schützen und ihre Mobilität zu erhöhen. (gob, DER STANDARD Printausgabe 2.7.2004)

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