Affäre um Kinderpornos im Priesterseminar St. Pölten: "Rom hat zur Vorsicht geraten"

6. Juli 2004, 10:51
20 Postings

Acht Priesteranwärter stehen im Verdacht, kinderpornografisches Material zu besitzen. Ein Kandidat wurde nun nicht zum Priester geweiht

St. Pölten - "Die ganze Angelegenheit ist für uns sehr bedrückend." Nach der Hausdurchsuchung durch Beamte der Kriminalpolizei in der vergangenen Woche herrscht bei Regens Ulrich Küchl immer noch gedämpfte Stimmung über die Kinderporno-Affäre im Priesterseminar St. Pölten. Acht Priesteranwärter stehen im Verdacht, kinderpornografisches Material zu besitzen. Ein Kandidat wurde wegen der gegen ihn geäußerten Verdächtigungen nun doch nicht zum Priester geweiht. Küchl: "Rom hat zur Vorsicht geraten."

Verschiebung der Priesterweihe

Insgesamt acht Zimmer im Priesterseminar wurden nach Kinderporno-Material durchsucht. Computer sowie diverse externe Datenträger wurden beschlagnahmt - die Untersuchungen laufen. Bei jenem Anwärter, der nun unter der vorläufigen Verschiebung seiner Weihe sehr zu leiden hat, wurde laut Küchl definitiv nichts gefunden: "Eine Rehabilitation wird nur durch einen Richterspruch möglich sein."

Eidesstattliche Erklärungen

Küchl selbst hat von den acht verdächtigten Priesteranwärtern eidesstattliche Erklärungen verlangt: "Ich bin von ihrer Schuldlosigkeit überzeugt." Im Herbst 2003 hatte der EDV-Verantwortliche der katholischen Hochschule dem Regens mitgeteilt, dass auf einem öffentlich zugänglichen PC verdächtige Internet-Seiten angesurft worden waren. Daraufhin erstattete Küchl Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. (APA)

Share if you care.