US-Soldaten haben nach Irak-Einsatz psychische Probleme

3. Juli 2004, 20:18
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Risiko mentaler Erkrankungen steigt durch Kampfeinsätze

Washington - Viele US-Soldaten leiden nach ihrer Rückkehr aus dem Irak oder Afghanistan einer Untersuchung zufolge unter psychischen Problemen. Das Risiko von Depressionen, Angstzuständen und post-traumatischem Stress sei bei den Heimkehrern deutlich erhöht, heißt es in der am Donnerstag im "New England Journal of Medicine" erscheinenden Studie des Wissenschaftlers Charles Hoge. Vor allem Soldaten, die beschossen wurden, jemanden getötet haben oder jemanden kennen, der tötete oder getötet wurde, hätten mit einer "deutlich gestiegenen Gefahr mentaler Probleme" zu kämpfen. Für die Studie waren Soldaten aus vier Infanterieeinheiten anonym befragt worden. 9,3 Prozent der Befragten gaben an, vor dem Kampfeinsatz Erfahrungen mit mentalen Problemen gehabt zu haben. Nach der Rückkehr aus dem Irak oder Afghanistan lag die Rate bei diversen psychischen Erkrankungen zwischen 11,2 und 17,1 Prozent. Viele betroffene Soldaten scheuten sich, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, fanden die Wissenschaftler heraus. Sie hätten Angst vor Stigmatisierung und negativen Auswirkungen auf ihre Karriere. (APA)
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